Ein Mal Lebenslänglich und 3158 Jahre Haft gefordert

Das macht Hoffnung. 16 Monate saß er ohne eine Anklageschrift in Einzelhaft. Das Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verlangte von der Türkei, nach einer Klageschrift. Die gesetzten Fristen wurden nicht eingehalten, aber jetzt ist die Klageschrift von 650 Seiten da.

Der Geschäftsmann, Kunstmäzen und Menschenfreund Osman Kavala, kümmerte sich besonders um Minderheiten wie Griechen, Juden und Armenier. Er wollte gegen die starke Polarisierung in der türkischen Gesellschaft wirken. Doch die türkischen Behörden legen ihm nun dieses Engagement als staatsfeindliche Aktivität aus.

Das macht Hoffnung, dass man 1x Lebenslänglich und 3.158 Jahre Haft für ihn verlangt. Denn viele politische Häftlinge wie er, die schon zu zehnmal lebenslänglich verurteilt worden sind in der Türkei, kamen von heute auf morgen frei. So, wie keine Gründe für seine Verhaftung vorlagen, so muss man auch bei der Freilassung, wenn er freikommen würde, nicht großartig begründen, warum er freikam.

Es ist natürlich nur eine Hoffnung. Seine Anwälte sagen „Endlich liegt die Anklageschrift vor, jetzt kann er sich wenigstens verteidigen.“ In einem Rechtsstaat wäre das bestimmt ein Grund zur Freue, aber mitten unter Faschisten und so lange Erdogan an der Spitze ist, wird das schwer werden. Ich möchte weiter hoffen, dass er und alle unschuldig einsitzenden, aus irgendwelchen Gründen, freikommen.

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