GOLDENE AUSSICHTEN: Über die Verdienstmöglichkeiten älterer Fußballer

Ähnlich hatte ich es schon als Blogbeitrag gebracht, dann aber aß Ribéry Fleisch in Blattgold, zubereitet vom türkischen Star-Fleisch-Art-Künstler Nusret. Aus dem TAGESSPIEGEL von heute (Kultur/Weltspiegel). Ahmet Refii Dener berichtet über Verdienstmöglichkeiten älterer Fußballer.

Immer wenn ich schreibe, dass etwas typisch deutsch sei, regt sich niemand darüber auf. Die Deutschen scheinen zu wissen, dass sie so sind, wie sie sind. Schreibe ich aber, etwas sei „typisch türkisch …“, gibt es sehr viele, die sich aufregen – was tatsächlich typisch türkisch ist.

Frühere Weltstars des Fußballs – älter geworden – „parken“ häufig noch ein paar Jahre in der Türkei. Sie dürften und könnten natürlich länger bleiben, aber in der Regel passiert irgendetwas und sie gehen oder werden gegangen.

Der heutige Bayern-München-Star Franck Ribéry kam als 19-Jähriger im Jahr 2005 zum Verein Galatasaray Istanbul. Damals belegte Ribéry im Superstar- Ranking der französischen Liga den 65. Platz. Also musste er sich erst einmal beweisen. Das tat er sehr eindrucksvoll. Nach knapp drei Monaten war er zum Publikumsliebling geworden. Er hatte eine Spielweise, die alle begeisterte und die die meisten heute vom FC Bayern her kennen. Als er dann auch noch im Pokalfinale gegen den Erzrivalen Fenerbahçe ein Tor schoss – und zwei Vorlagen zu Toren gab -, war er in der Publikumsgunst nicht mehr zu toppen.

An dieser Stelle kamen die türkischen Tugenden ins Spiel, die besonders einen so jungen Spieler nur demotivieren konnten: Vier Monate bekam er kein Gehalt und nach einem halben Jahr wechselte er zu Marseille. Ablösefrei!

Aktuell liest man, dass Galatasaray Ribéry treffen und ihm ein Angebot machen möchte. Mit 35 Jahren ist er für die türkische Süperlig, die höchste türkische Fußballliga mit Stehfußball, genau im richtigen Alter. Den Altstars zahlt man in der Türkei zwar nicht pünktlich, aber wegen der UEFA doch so viel Geld, wie sie in ihrer Fußballerkarriere selten bekommen haben. Nur am Rande: Die Vereine der Süperlig haben alle Schulden. Die Top-Vereine gar in Milliarden-Euro-Höhe. Nicht alle zusammen, nein, jeder für sich allein.

Franck Ribéry ist mittlerweile ein waschechter Bayer geworden. Er hat sich in München eingelebt und möchte, wie er oft betonte, nach seiner Karriere dort leben. Aber wer weiß, vielleicht nimmt er zum Abschied doch noch einige Millionen von Galatasaray mit … Nicht gleich, aber mit 38 Jahren ginge das ja auch noch.

Weltstar Didier Drogba, bei dem man lange nicht so recht wusste, wie alt er wirklich ist, kam jedenfalls mit gefühlten vierzig Jahren zu Galatasaray. Er schoss wichtige und spektakuläre Tore, blieb kurz, kassierte viel und ging. Eine echte Option für Menschen mit goldenem Geschäftssinn und fußballerischem Können.

Foto: Tagesspiegel, Ümit Bektas/Reuters

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