Türkei: Lassen wir uns treiben und schauen, was passiert.

Wieder einmal geht es auf die Wahlen zu in der Türkei. Diesmal sind es die Kommunalwahlen, nicht minder wichtig für Herrn Erdogan. Es geht hauptsächlich um die Großstädte, Istanbul, Ankara, Izmir, Antalya…usw. die er nicht aus der Hand geben darf.

Schon stellt man vielerorts fest, dass mehr Wähler als Einwohner auf den Wahllisten auftauchen, die meisten vom Toten wiederauferstanden.

Im Stadtteil Üsküdar in Istanbul, wurde der Stadtparlamentsabgeordnete Süleyman Gedikoglu gefragt, warum 40 Personen auf einmal in seiner Wohnung in Istanbul angemeldet wären. Er sagte, die Verwandtschaft wäre groß und alle wollten die Sportstädten der Gemeinde benutzen (Lach).

Wenn die Regierung schon von einer schwierigen Situation spricht, kann man davon ausgehen, dass die Türkei sich in einer der größten Wirtschaftskrisen befindet. 2018 pumpte Ankara, um den Schein zu wahren und die Stimmung einigermaßen hochzuhalten, viel Geld in die Unternehmen. Nicht um weiterzubringen, sondern nur die Überlebensphase zu verlängern. Wenn die Banken von der Bevölkerung 100 TL an Spareinlagen erhielten, gaben sie 120-130 als Darlehen raus. Am Ende muss der Staat dafür geradestehen.

Die türkischen Banken werden sehr gut geführt

Die türkischen Banken werden seit Jahren hervorragend geführt. Würde sie ohne Einmischung aus Ankara agieren können, bräuchte man sich keine Sorgen um die türkischen Banken machen. Das ist aber nicht der Fall. Ankara schreibt vor und sie müssen widerwillig folgen.

Warum muss eigentlich der Staat, in so einer schwierigen Phase, die Fußballvereine retten?

Mittendrin versucht man noch die Verbindlichkeiten der Fußballvereine, in Multimilliarden Euro, über die Ziraat Bank umzuschulden. Was hat die Ziraat Bank nur verbrochen, dass der Ball, die Angelegenheit zu regeln, denen zugeschoben wurde? Das ist einfach erklärt. Ziraat Bank ist eine Staatsbank. Landen die Schulden der Vereine erst einmal bei denen, landen diese beim Staat, der sich für die Bank bürgt und am Ende muss die Zeche, der Bürger bezahlen.

Erdogan hat zwei Möglichkeiten

Jetzt hat Erdogan zwei Möglichkeiten. Eigentlich müsste er sparen und vorsichtig mit dem Geldausgeben sein, denn die Geldgeber und Gläubiger schauen ihm auf die Finger. Nur, in dem Fall müsste er die Dinge geschehen lassen und zuschauen, wie die Wirtschaft, noch vor den Wahlen, gänzlich den Bach runtergeht. Das kann er aber nicht. Denn er muss an seiner Macht arbeiten, für einigermaßen positive Stimmung sorgen und sein Volk täuschen. Das geht nun mal mit Geld. Also wird er sich letztendlich für die positive Stimmung entscheiden müssen. Das bedeutet, dass die Devisenkurse wieder allmählich in die Höhe schießen werden. Die letzten Tage gab es schon Unruhe an der Devisenfront. Heute (14.Januar) steht der US-Dollar wieder über 5,50 TL.

Wer könnte IWF ersetzen?

Die Rettung kann eigentlich nur über die IWF (IMF) kommen. Denn die hohen Milliardenbeträge kann der Türkei sonst niemand leihen. Nicht das Katar und China der Türkei mal 150 Milliarden USD leihen könnten, aber sie haben nicht die Mechanismen, die die Rückführung des Geldes überwachen und sicherstellen könnten. Das hat nur die IWF.

Wer von China oder Katar z.B. Geld nimmt, wird zur Marionette dieser.

Wir reden über die Wirtschaft und Finanzierungen. Keiner leiht dem anderen Geld ohne Gegenleistung. In Afrika kann man beobachten, dass einige Länder ihre Eigenständigkeit verloren haben, nur weil sie von China Geld nahmen. Jetzt herrscht China über sie.

IWF ist für ihn ein rotes Tuch

Bei dem Außenstehenden wird schnell die Frage aufkommen: „Ja, warum geht er dann nicht zur IWF?“ Das ist nicht so leicht, nicht für ihn. Damals, als die IWF Schulden abbezahlt waren, verkaufte er die IWF dem Volk als Halsabschneider und Teufel, von dem er die Nation gerettet hätte. Das Volk ließ sich täuschen. Dabei muss man sich das so vorstellen. Einer der bei allen Banken Schulden hat, rühmt sich damit, nur bei einer einzigen Bank die Schulden abbezahlt zu haben.

Wir müssen die Kommunalwahlen abwarten und sehen, wie er dann dasteht. Ich denke, egal wie es ausgeht, irgendwoher muss Geld reinkommen. Der Türkei steht ein bewegtes Jahr 2019 bevor, zumal man den Eindruck hat, dass weder Herr Erdogan, noch sein Schwiegersohn einen Plan haben, wie es weitergehen kann.

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