“Lieber mache ich keine Geschäfte!”

Die Lieferanten verzichten nicht nur auf die Vergabe der Lieferantenkredite, sie verzichten lieber auf das Geschäft. Der Stillstand in vielen Branchen der Türkei hat dazu geführt, dass die Lieferanten und Produzenten das Risiko gänzlich ausschalten, in dem sie erst nichts verkaufen, schreibt das Wirtschaftsblatt Dunya.

In der Textilwirtschaft z. B. kann man heute kein Geschäft machen, wenn man nicht 12 bis 15 Monate Ziel gewährt. Mittlerweile muss der Kunde 3-4 Monate akzeptieren, denn sonst gibt es keine Ware. Die Garnproduzenten haben mit 2 Monaten die kürzesten Zahlungsziele.

Die Produzenten müssen ihrerseits mit Krediten, die nicht gerade vor Niedrigzins strotzen, produzieren.

So wird, durch die sinkende Nachfrage, der Markt immer dünner. Die Fehlbeträge nehmen die Unternehmen aus dem Eigenkapital, wenn sie welches haben.

Der Präsident des Verbandes der Webproduktehersteller (ÖRSAD), Fikri Furt sagt, dass in der Branche alle auf USD Basis verkaufen würden und das in einer Phase, wo kaum Bares im Umlauf wäre.

„Bevor ich verkaufe und mein Geld nicht bekomme, verkaufe ich erst gar nicht!“ wäre die Einstellung vieler Produzenten.

Ein Teil ist jetzt dazu übergegangen, den ausländischen Abnehmern 30 bis 90 Tage Ziel zu gewähren, wo die Sicherheit eher gegeben erscheint.

Einige Sektoren, wie die Lederbranche, würden mit den bestehenden Kunden weiterarbeiten. Das Risiko der Neukunden wolle man nicht eingehen, bis sich die Wirtschaft wieder in ruhigen Gewässern befindet.

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