Türkei – Restauration 2.0 – Wenn man Beton auch essen könnte…

Seit Jahrzehnten ist man dabei, zu überlegen, wie man Venedig vor dem Wasser retten kann. Bekanntlich ist das Meer alle Jahre wieder, mindestens einmal der Sieger und setzt die Stadt unter Wasser. Jetzt möchte man die Stadt, neben den Barrieren im Meer auch versuchen zu erhöhen, gleich um einen Meter. 2004 wollte man Venedig noch 30 cm erhöhen (Spiegel-Artikel), nur damals waren die Vorzeichen noch andere. Mittlerweile freut man sich, wenn Regen ganz normal runterkommt und nicht sintflutartig.

In den Städten der Türkei sieht die Lage nicht anders aus, trotz ausreichender Höhe über dem Meeresspiegel, sind die Wetterverhältnisse, besonders bei Regen, extremer geworden. Das Grün in den Städten ist vom Stadtbild verschwunden. Beton ersetzt Grün. Es bringt nichts, wenn man in der Stadt die Bäume vernichtet und woanders neue anpflanzt.

Wobei, mittlerweile tut man das auch nicht mehr. Wenn, dann sind es Privatpersonen und Wirtschaftsunternehmen, die Baumanpflanzungen vornehmen. In den letzten 16 Jahren der AKP Zeit, sind die Städte kahl geworden, wie die Satellitenbilder immer wieder beweisen. Eigentlich schreibe ich immer wieder und ich bin sicher, dass ich mit diesem Vorschlag alleine stehe, sollte man den Venezianern entgegengesetzt handeln.

Wo man nur kann, sollte man graben, 2,3, …10, 20 m türkischer Boden sollte abgetragen werden. Ihr ahnt nicht, welche historischen Funde und Schätze zum Vorschein kommen werden. Die Türkei wäre dann Tourismusland Nr. 1 weltweit. Allein die vielen Ausgrabungen wären eine Attraktion ohne gleichen. Wie läuft es aber momentan. Weg mit den historischen Funden! Das, was ausgegraben wurde an Bauten, wird falsch bis gar nicht restauriert. Obwohl dafür immer genug Finanzmittel aus vielen Töpfen zu bekommen wäre. Wer, wie in manchen Fällen bereits gesehen, historisches Gestein, mit Fertigbeton ersetzt, der kann gleich das Ganze abreißen.

Das tut man auch. Besonders die Mega-Bauten sind Geschichtskiller. Die Tunnel- und Brückenbauten hatten große Verzögerungen und konnten nicht fristgerecht fertiggestellt werden. Das durfte nicht nochmal passieren. Beim Airport III und der dritte Bosporus-Brücke von Istanbul dann die Anweisung: Überseht die historischen Funde, macht weiter! Kanal-Istanbul wird höchstwahrscheinlich nicht gebaut werden, aber stellt euch mal vor, was für Schätze an historischem dort, bei den Grabungen in die Tiefe, zum Vorschein kommen würden. Die Gebäude schafften Hunderte und Tausende Jahre zu stehen, doch sie hatten die Rechnung ohne Herrn Erdogan und seiner AKP gemacht. Ich habe hier 15 von hunderten Katastrophen. Der Text ist zwar in Türkisch, aber die Bilder sprechen ihre eigene Sprache.

Vernichte Grün und ersetze es durch Beton. Wenn man Beton noch essen könnte, wäre die Türkei in obenauf.

 

 

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