Türkei: Japaner ziehen sich aus dem AKW – Projekt in Sinop zurück

Die Wirtschaft der Türkei wird, wie jede andere Wirtschaft auch, immer weiterwachsen. Wenn nicht heute, dann morgen. Der Energiebedarf steigt folglich mit. Wenn man sich heute damit tröstet, dass die Türkei in zehn Jahren doppelt so viel Energie im Vergleich zu heute produzieren wird, erwähnt man nicht, dass der Energiebedarf sich in diesem Zeitrahmen auch verdoppeln wird. Also wird man wieder da stehen, wo man immer war. Hohe Energieimporte!

Deshalb schienen die geplanten Atomkraftwerke, in einer Phase, wo sich die Welt von der Kernenergie abwendet, die richtige Lösung zu sein. Meine Meinung war immer, dass die Türkei niemals einen AKW besitzen wird. Dazu stimmen die Rahmenbedingungen nicht. Die Vorverhandlungen mit den Franzosen, Russen und Japanern zeigten, wie schwierig das Ganze ist. Mit den Russen kam man zwar in Mersin-Akkuyu klar, aber dort wird auch nicht mehr gebaut. Es gab nur die Grundsteinlegung für die damals bevorstehenden Wahlen.

Jetzt erfährt man von der Nikkei Zeitung in Japan, dass die Japaner den Ausstieg aus dem AKW-Sinop Projekt vorbereiten. Das japanische Konsortium mit staatl. und privaten Unternehmen (u.a. Mitsubishi Heavy Ind.) verkünden laut dem Blatt, dass die geplante Investition schon jetzt um das doppelte auf 44 Milliarden USD gestiegen sei.

Die Japaner führen die Steigerung der Investitionsumme, auf die nach dem Reaktor Unfall bei Fukushima Daichi gestiegenen Sicherheitsstandards und dem Wertverlust der türkischen Lira zurück.

Die anderen Konsortiumspartner kamen aus Frankreich. Da diese erst nach mehreren Anläufen sich zu einer Partnerschaft durchgerungen hatten, werden die Nachrichten aus Japan die Franzosen freudig gestimmt haben.

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