Türkei: 5 Tage im Monat für die Telefonrechnung arbeiten

Über die Verhältnisse leben, hat Tradition in der Türkei. Das betrifft den Staat genauso, wie die Bevölkerung. Kein Geld haben, aber dafür die neuesten Modelle von Handys, ist nur ein Beispiel dafür.

TELKODER, der Verband der Freien Netzanbieter für Telekommunikation hat bekanntgegeben, dass eine vierköpfige Familie, für Telekommunikation, im Jahr durchschnittlich 2.878 TL ausgibt. Die Zahl ist von 2017. Bedenkt man, dass der Mindestlohn in 2018 bei 1.608 TL netto lag, muss ein Alleinverdiener, 1 Monat und 20 Tage im Jahr, nur für die Telekommunikationskosten seiner vierköpfigen Familie arbeiten.

Eigentlich ist in der Türkei so ziemlich alles, was über eine Rechnungsstellung abgerechnet wird, gar nicht mal so unbezahlbar, wenn da nicht die vielen Sonderpositionen wären, mit denen man dem Volk das Geld aus der Tasche zieht. Der Verbrauch von Strom, Gas, Telefoneinheiten, sind das kleinere Übel.

Über die Stromrechnung werden z.B. u.a. auch die Fernseh- und Rundfunkgebühren kassiert. Seltsam ist nur, dass der monatliche Betrag über die zwölf Monate des Jahres nicht immer identisch ist.

Auch wird seit 2000, eine besondere Kommunikationssteuer (ÖIV) von 7,5% auf die Telekommunikationsgebühren erhoben. Diese Steuer wurde nach dem großen Erdbeben eingeführt und sollte nur einmalig erhoben werden und dazu dienen, die finanziellen Verluste des Erdbebens abzudecken.

Seit 19 Jahren nunmehr, gibt es jeden Monat ein Erdbeben der Stärke 7,5%, in der Portemonnaie eines jeden Handybesitzers und Internetnutzers. Was mit den Geldern passiert, weiß man natürlich nicht. Durch diese Sondersteuer zweigte man den Menschen über 60 Mrd. TL bis Mitte 2017 ab.

 

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