Ich schwör Bruda, es gibt Übersetza und Übersetzer

Wer im Ausland leben möchte, oder Geschäfte macht, benötigt früher oder später einen vereidigten Übersetzer.

Ich möchte auf die Übersetzer in der Türkei kommen. Um vereidigter Übersetzer zu werden, muss man Uni-Diplom haben und türkischer Staatsbürger sein. Also geht man davon aus, dass ein Ausländer niemals so gut Türkisch könnte wie ein Türke. Wenn du also glaubst bestimmte Sprachen und Türkisch gut zu können und gehst zu einem Notar und sagst: „Ich schwöre!“

Du unterschreibst einige Papiere, dass du all die Risiken, die durch eine falsche Übersetzung entstehen könnten, trägst und wirst von dem Notar, der deine Gelübde abnimmt, heiliggesprochen bzw. zum vereidigten Übersetzer, aber nur für ihn. Wenn du für andere Notare arbeiten möchtest, musst du die nötige Prozedur auch bei ihm wiederholen.

Du kannst auch einer sein, der nur im Stande ist zu sagen „Ich schwör Bruda!“, das ist egal, denn der Notar kann in der Regel nur Türkisch.

Bevor ich weiterschreibe, möchte ich erwähnen, dass ich in über 30 Jahren, nur mit drei Übersetzern zusammengearbeitet habe. Einer von Ihnen kommt aus Bielefeld und ist ein Ur-Deutscher. Er musste sogar vor Gericht ziehen, damit er für die türkischen Konsulate in Deutschland arbeiten konnte, denn er ist kein Türke, eines der Grundbedingungen. Der Daniel arbeitet mit deutscher Präzision. Er ist immer ausgebucht, aber den Termin, den er gegeben hat, hält er ein. Den einen Übersetzer habe ich leider zu spät kennengelernt. Sezai kommt aus Alanya. Er hat sogar zwei Uni-Diplome intus, aus Deutschland und der Türkei. Er hat Volkswirtschaft und Soziologie studiert. Da kennt man die volle Bandbreite beider Sprachen. Die Übersetzungen beider sind hieb und stichfest.

Der dritte im Bunde bin ich. Nein, ich habe nicht als vereidigter Übersetzer gearbeitet. Ich sah aber was für Ergebnisse rauskamen, wenn die Notare ihre eigenen vereidigten Übersetzer aus der Tasche zogen. Grausam falsche Übersetzungen. Bei einem ertappte ich den Übersetzer sogar, dass er zuerst durch Google übersetzen ließ und dann ein kleinwenig anpasste und fertig war die Übersetzung. Also wurde ich bei einem Notariat zum vereidigten Übersetzer. Ich übersetzte die Dokumente für meine Beratungskunden selber und konnte ruhig schlafen.

Fast hätte ich einmal fremd übersetzt, aber der potentielle Kunde fing zu verhandeln an. Als er bei ¼ meines Preises angekommen war, sagte ich „Tschüss!“.

So, wie fast alles in der Türkei, nimmt der Türke zumeist den günstigsten Übersetzer. Klar, teuer bedeutet nicht automatisch ‚gut‘, aber wenn man ganz sicher gehen möchte, sollte man sich erkundigen, was der Übersetzer taugt. Dabei sollte man darauf achten, wer der Referenzgeber ist. Was bringt es, wenn einer, den man fragt, über den Übersetzer eine Benotung abgibt, wo er doch die Sprache selber gar nicht beherrscht.

Dann gibt es noch meinen Bruder Ömer. Er ist ein Ass, wenn es um Deutsch, Englisch und Französisch geht. Hin und her, von Romanen bis hin zu technischen Dokumentationen, geht alles. Türkisch ist nur sein Vorname. Er packt aber das Türkische nicht an. Ich schwärme nicht von ihm, weil er mein Bruder ist. Bei der Eishockey-WM in Köln war es, glaube ich, sagte er einem kanadischen Fan, auf den Kopf, aus welcher Ecke von Québec her er stammen muss. Er erkannte es am französischen Akzent, obwohl er noch nie in Kanada war. Für einige kanadische Fans war das Spiel vorbei. Sie glaubten, er wäre auch Kanadier. Dabei war er ein Türkischstämmiger, der in Deutschland lebte. Ab da wird ein Eishockeyspiel zur Nebensache.

 

Übersetzungen in Deutsch-Türkisch-Deutsch:

Sezai Zeybekoğlu: sezaizeybekoglu@yahoo.de

Daniel Prüßmeier: info@tuerkischdolmetscher.de

Englisch, Deutsch, Französisch: 

Hayri Ömer Dener: hayriomerdener@gmail.com

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