Besinnliche Tage hier, Willkür gegen die Künstler in der Türkei

Das Innenministerium ermittelte, ob in der Türkei Produktion und Absatz der „gelben Westen“ gestiegen seien, wie die Protestierenden sie in Frankreich tragen. Als sich herausstellte, dass „keine Gefahr“ drohe, atmete man im Palast erleichtert auf. Dennoch, die Angst ist groß in Palast. Was, wenn die Menschen, nicht mehr weiter schweigen, bei all dem Leid, die ihnen widerfährt?

Eigentlich sind die ersten drei Generationen von Türkeistämmigen in Deutschland, mit diese Männern, die sie zum Lachen brachten, großgeworden. Wo ist deren Solidarität?

Jetzt geht der Palast sogar gegen 80 jährige Künstler vor, eigentlich die, die noch den Mut haben ihn und die Missstände zu kritisieren. Die Komödianten, Satiriker, Kabarettisten, eigentlich Vollblutkünstler Metin Akpınar und Müjdat Gezen, mit denen all die Generationen, evtl. bis auf die letzte Generation der Türken, groß geworden sind, wurden verhört. Natürlich ging es um Präsidentenbeleidigung, was sonst!

Der Präsident ist dauerhaft beleidigt. Die beiden Künstler sind nach dem Verhör freigelassen worden, müssen sich aber jede Woche einmal auf der Polizeiwache zeigen.

Die Diktatur ist somit gerettet.

Apropos Künstler der Türkei. Bis auf wenige Ausnahmen kann man sie allesamt in der Pfeife rauchen. Sie haben sich auf die Seite von Herrn Erdogan geschlagen und sonnen sich in seinem Schatten bzw. von ihm verursachten Finsternis.

Endlich trauten sich einige Hundert auf die Straße und protestierten gegen die Missstände in der Türkei. Leider geschah es in einem, von der CHP, also den Sozialdemokraten geführten Stadtteil in Bakirköy. Begleitet wurden die Demonstranten, wie man berichtet, von über Eintausend Sicherheitskräften. Das ‚Leider‘ betrifft die Tatsache, dass die Protestaktion nicht auf einem der bekannten großen Plätze von Istanbul war und dass darüber sowieso kein Wort in der türkischen Presse stehen durfte.

Die Lage ist ernst für die AKP. Die Wirtschaft trudelt dahin und das Leid der Bevölkerung wächst Zusehends. Die Kommunalwahlen stehen im März 2019 bevor. Klar, man kann wie gehabt auf Wahlfälschung setzen, aber so etwas kann mal auch schiefgehen. Jetzt muss man sehen, dass man die Bevölkerung vom eigentlichen ablenkt. Wie, werden wir sehen. Sicher hat der Mächtigste noch einige Aktionen im Gepäck. Menschliche Verluste dürften dabei keine Rolle spielen. Hauptsache Ablenkung.

Die in den Gefängnissen Vergessenen nicht vergessen.

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