Türkei: Fast alle Bauprojekte gestoppt – Fertigbetonbauer sind fertig

Die Verlangsamung der Bautätigkeiten und dem Fast-Stillstand in der Branche bei Neuprojekten, hat auch die IFM, die Abkürzung des Istanbul Finanzzentrum getroffen. Nach der Fertigstellung des IFM Projektes sollen 50.000 Menschen dort Arbeit finden. Der Stillstand in der Baubranche hat auch die Fertigbetonunternehmen getroffen. Dieses umso mehr, weil diese in den letzten zwei Jahren verstärkt, statt Bares Immobilien als Zahlungsmittel akzeptiert haben. So sind sie, genau wie die sonstigen Bauunternehmen, auf den Immobilien sitzengeblieben.

Der Vorstand des Verbandes der Fertigbetonproduzenten, Adem Genc sagte: „Die Situation in der Wirtschaft hat als erstes die Bauwirtschaft getroffen. Die Branche ist geschrumpft und die ständigen Auf und noch mehr Ab, haben dazu geführt, dass die Finanzierungen seitens der Banken eingestellt wurden. Die Situation ist so, als ob ein Fahrzeug, welches mit 200 km/h fuhr auf 20 km/h abgebremst hätte. Wir können die Schecks der Kunden nicht mehr weiterreichen und als Finanzinstrument benutzen.“

Genc sagte, dass nicht nur das IFM nicht mehr weitergebaut wird, sondern auch die Metro-Bauten und sonstige staatliche Bauvorhaben wären gestoppt. Nur die Projekte, die kurz vor der Fertigstellung sind werden fortgeführt. Im Finanzzentrum Istanbul Projekt würden nur die Zentralen der drei staatlichen Banken, wenn auch ganz langsam, weitergebaut. Er sagte weiter, dass es falsch wäre, dass die drei Banken deren Gebäude weiterbauen würden, denn bei solchen Mega-Projekten müsse das Gesamtprojekt zeitgleich fertiggestellt werden.

Auf diese Feststellung hin sagte der Bauunternehmer Ali Ağaoğlu, der Hauptauftragnehmer und einer der Günstlinge von Herrn Erdogan, dass sie zu schnell gebaut hätten und vor der Zeit liegen würden. Um den anderen Unternehmen die Gelegenheit zu geben aufzuholen, hätten sie die Bautätigkeiten gestoppt. Ich liebe solche Sprüche. Ich fühle mich zu meinen Kindergartenzeiten zurückversetzt. 

Genc sagte, dass in Istanbul im Jahr normalerweise 12 Mio. m³ Fertigbeton verbaut werden würden. Diese Zahl wäre derzeit auf 2-3 Mio. m³ runtergegangen. 10 Fertigbetonunternehmen hätten in den letzten 5 bis 6 Monaten dichtgemacht. Die anderen würden mit ca. 30% Kapazität arbeiten. Türkeiweit hätte die Branche 5.000 Arbeitnehmer entlassen. Während die Aufträge fast stillstehen, wären die Betonpreise um 20% gestiegen.

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