Eine Armee von Denunzianten – Erdogan Presse kommt mal mit etwas Wahrem

Kein Tag vergeht, wo die türkische Armee durch Verhaftungen und Entlassungen nicht dezimiert wird. Immer heißt es: „Unterstützung einer terroristischen Organisation“ und gemeint ist die Gülen-Bewegung. Ab und an findet man auch in der Erdogan-Presse Kritisches. Das passiert aber nicht zufällig. Bestimmt sind unter den Journalisten auch welche, die mit Gülen sympathisieren. Gestern schrieb einer dieser genannten Journalisten, dass in der türkischen Armee mit den Bösen, auch die Guten weg dezimiert werden.

Die nationalistischen Offiziere würden Gerüchte streuen und sich so die unerwünschte Offiziere und Personal vom Hals schaffen, heißt es im Beitrag. Hierbei wird nicht erwähnt, dass Zehntausenden ähnliches durch die AKP widerfuhr, aber egal. Schließlich gibt es kaum Beweise, nur Gerüchte. Wie bei allen, die willkürlich weggeschafft wurden.

Laut Sabri Balaman von Yeni Akit, wären die Nationalisten am Werk. Es bestünde die Gefahr, dass eine Gruppierung wie die der Gülenisten, in der türkischen Armee zu entstehen drohe. Die Beschuldigten wären der Willkür ausgeliefert, schreibt er. Dem ist auch so. Die eine Seite hat keinerlei Beweise, behauptet aber, dass der Bezichtigte der Gülen-Bewegung nahesteht. Der Beschuldigte kann nur sagen, dass das nicht stimmt. Also zieht der Beschuldigte den Kürzeren.

In der Armee herrscht eine große Unsicherheit, weil jeder, jeden Tag, weg vom Fenster sein kann. Dann denken diese Personen, dass Angriff die beste Verteidigung ist und denunzieren Offiziere, die sie wiederum mit falschen Beschuldigungen denunzieren könnten. Laut Balaman wurden bereits einige aus der Armee entlassen, weil irgendwer in der Verwandtschaft als Gülenist bezeichnet wurde.

Diese Menschen sind dann vom Leben völlig abgeschnitten. Sie bekommen später keine Rente und werden selbst für einfache Arbeiten nicht mehr eingestellt. Man könnte ja als Arbeitgeber in Verruf kommen. Balaman warnt davor, dass man, während man gegen die eine Terrororganisation kämpft, den nährhaften Boden für andere schafft. Er sagt in seinem Schlusssatz: „Der verehrte Präsident Erdogan muss bei allen Ungereimtheiten, sich mit Mut dafür einsetzen, dass am Ende die Wahrheit gewinnt. Die Wunden der Gesellschaft muss der Staat heilen.“

go2tr.de: Es tut gut, wenn man ab und an mal Wahres aus der Erdogan-Presse zitieren kann.

Quelle: Yeni Akit

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