Türkei: Die großartige Erfolgsgeschichte von Peter Altmaier und der deutschen Regierung

„Peter, wenn du in der Türkei bist, darfst du nicht schwach werden und wegen einiger Aufträge für die deutsche Industrie, dem Despoten den Rücken stärken.“

„Ahmet schau, es geht um ein 35 Milliarden Euro Deal für Siemens, da kann man doch mal von der Wahrheit abkommen, oder?“

„Was meinst du damit?“

„Ich werde von der großartiger Erfolgsgeschichte der türkischen Wirtschaft sprechen.“

„Bist du blöd, das kannst du doch nicht bringen, der Erdogan lebt sowieso in einer Parallelwelt, willst du ihm das Gefühl geben, er würde unter uns leben?“

„Ich kann nicht anders und irgendwo stimmt es doch auch, lese ich immer in den Medien, wie gut es der türkischen Wirtschaft geht.“

„Du verstehst Türkisch?“

„Nein, wieso?“

„Das schreiben nämlich die türkischen Medien. Wie kommst du drauf?“

„Als er zuletzt in Deutschland war, sagte er, er hätte das Pro-Kopf-Einkommen der Türken von 3.000 auf 10.000 USD gesteigert.“

„Das nimmst du ihm ab? Peter, come on! Das kann doch nicht dein Ernst sein. Er meint doch nur nominal. Erstmals ist die Zahl mittlerweile auf 8.000 runter und außerdem konnte man damals mit den 3.000 USD mehr kaufen, als mit den heutigen 10.000 Dollar. Du weißt, was Kaufkraft bedeutet?“

„Das habe ich mir schon gedacht, dennoch, ich muss es sagen. Am nächsten Tag kommt Angela nach Istanbul, dann sollte positive Stimmung herrschen.“

„Peter, weißt du was, ruf mich nicht mehr an. Ich kann das nicht mehr ertragen, was Ihr da veranstalten wollt. Ich versuche die Türkischstämmigen in Deutschland aufzuklären, wie alles in der Wirtschaft zusammenhängt und wie sie mit Lügen auf Glatteis geführt werden und du kommst daher und redest von ‚großartiger Erfolgsgeschichte‘.“

“Ich kann nicht anders, was soll ich sonst sagen?”

„Noch was! Was ist mit den Menschenrechten? Was ist mit den Zehntausenden Inhaftierten in der Türkei. Da steht es: ‚Die Würde des Menschen ist unantastbar.‘ Das ist Deutschland und nichts anderes. Stehst du nicht mehr dazu, oder was?“

„Tut mir leid, ich muss!“

(So ein Gespräch hat nicht stattgefunden, hätte aber auch nichts genutzt. Teams, die sich am Ende selber vernichten, kann man nicht stoppen.)

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