Wer gab den Auftrag, die Türkei in die Importabhängigkeit zu führen?

Die türkische Republik war noch jung, da wurde noch zu Lebzeiten von Mustafa Kemal Pascha, im Jahre 1934 die staatliche Papierfabrik SEKA gegründet. Den Betrieb nahm das Unternehmen in 1936 auf und über Jahrzehnte war sie der Papierlieferant der Türkei.

SEKA wurde 2004 privatisiert. Zu Zeiten der AKP privatisiert man in der Türkei zumeist, um einen Konkurrenten weniger zu haben, oder damit jemand freie Bahn bekommt, besser zu verdienen. Eine nächste Variante ist, dass das Unternehmen zu solch einem niedrigen Preis privatisiert werden, dass der Kaufpreis sich dann am Ende in der Kasse des Unternehmens mehrfach wiederfindet.

Das Gesellenstück des Herrn Erdogan und der AKP

Die Papierfabrik SEKA war solch ein Paradebeispiel und das Gesellenstück des Herrn Erdogan. Damals wurde das Unternehmen für knapp 1,5 Millionen USD (nicht Milliarden), privatisiert. Das Unternehmen hatte zu der Zeit 50 Mio. USD Barmittel auf dem Konto und wurde damals für über 400 Mio. USD Wert taxiert, welches heute einem Multimilliardenbetrag gleichkäme, schließlich der Monopolist der Türkei in Sachen Papier. Ach so, ich vergaß den Käufer zu nennen. Das ist der Vater des späteren Schwiegersohnes gewesen. Der Schwiegersohn? Das ist der Finanz- und Schatzamtsminister der Türkei, Herr Albayrak.

2005 ist das Unternehmen von den Käufern geschlossen worden. Somit war die Türkei, was Papier angeht, komplett vom Ausland abhängig.

Die Papierpreise sind seit 2005 um das 7,8 Fache gestiegen (Angaben der Dünya Zeitung), dabei sind die Zeitungspreise um das 7,3 Fache gestiegen.

Die Printmedien leben nun mal von den Werbeeinnahmen und wie haben sich diese entwickelt? Aus der Sicht der Printmedien: „Katastrophal!“. Diese bekommen vom Werbekuchen lediglich 12%. So werden am Ende alle freien Medien, die man heute mit der Lupe suchen muss, verschwunden sein, zumal die Marken- und Werbetreibende sich seit Jahren nicht mehr trauen, in diesen Medien zu werben.

Die Druckindustrie vermeldet, dass bei den hohen Importpreisen für Papier, derzeit sogar einige Bücher nicht veröffentlicht werden können.

Stattdessen schreien die Papierhändler nach finanzieller Unterstützung, damit sie weiter importieren können. Sonst wird man auf einige Bücher, Zeitungen und sonstige Printmedien verzichten müssen.

„Ein Land ohne eigene Papierindustrie kommt nicht so recht weiter.“ Das hatte man zu Zeiten von Atatürk erkannt und sofort die SEKA gegründet, damit Jahre später ein Herr Erdogan daher kommt und diesen schließt.

Das Ende vom Lied ist die Importabhängigkeit der Türkei. Gewollt, geplant und ausgeführt!

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