Wenn die Türkischstämmigen sich zum Geschäftemachen in die Türkei aufmachen (Teil II)

Hast Du einen türkischen Pass und lebst im Ausland, so bist du bei einer Unternehmensgründung in der Türkei ein Ausländer und kannst über die Gesamtheit der Vorteile verfügen. Dass du dabei als Ausländer gesehen wirst, ist für dich nur ein Vorteil.

Es gibt da gewisse Kniffe, die dich gegenüber dem türkischen Unternehmer bevorteilen, aber das alles hier zu erklären, würde zu weit führen.

Du bist Deutscher, aber du weißt es nicht.

Übrigens, du als Auslandstürke bist der Grund, warum die Zahl der neugegründeten Unternehmen aus z.B. Deutschland, steigt. Man zählt dich auch ohne die deutsche Staatsbürgerschaft als Deutschen.

Die Türkischstämmigen aus Deutschland sind schnell mit Unternehmensgründungen, auch ohne vorherige Marktstudie. Wenn du jetzt sagst, du hättest eine Marktstudie gemacht, vergiss es, die fallen entweder positiv aus, oder du bekommst keine Rückantworten und denkst, es müsste funktionieren. Eine Marktstudie in der Türkei, im Land der „Ja-Sager“ ist immer irreführend.

„Würden Sie Artikel in einem Baumarkt kaufen, wenn es in der Türkei einen großen Baumarkt gäbe?“ Diese Frage stellten die ausländischen Baumärkte, als sie in der Türkei auf den Markt wollten und eine Marktstudie machten. Dabei spielte es keine Rolle, ob sie diese Studie selber machten, oder in Auftrag gaben.

Selbe Frage, selbe Antwort.

Also wusste man anhand der „Ja’s“ dass die Türkei eine gute Adresse war. Alles verlief anders als gedacht, nur das Ende war wie erdacht und erhofft. Am Ende brachten den Erfolg nicht die Ja-Sager, also die erdachten Konsumenten, nein, die Käufer waren Handwerker, die statt beim Baugroßhandel, so den Tagesbedarf an Baumaterial im Baumarkt kauften, ohne viel Geld zu binden. Der Türke ist kein Handwerker und lässt alles den Handwerker machen. Den Herren an der Spitze der jeweiligen Unternehmen gab der Erfolg recht, aber bis auf den Erfolg am Ende, stimmte vorneweg nichts. Schwamm drüber!

Die meisten Unternehmensgründungen der Türkischstämmigen aus Deutschland sind zu voreilig. Wenn schon kein Geld für eine professionelle Marktstudie vorweg investiert wird, dann besser ein langsames herantasten. Die Geschäftsanbahnungen kann man auch ohne ein Unternehmen starten. „Wir sind dabei uns auch in der Türkei zu positionieren, um aber keine Zeit zu verlieren, wollten wir Sie schon mal kontaktieren.“

Egal in welcher Branche, wenn sie aus der Ferne, sprich aus Deutschland oder woanders her operieren, wird man Sie selten in Anspruch nehmen.

Was ist, wenn ich von Deutschland aus verkaufe?

Geht nur, wenn du das Non-Plus-Ultra Teil hast und der Kunde nicht drumherum kommt, bei dir zu kaufen. Bei den Dienstleistern müssen die Abnehmer deiner Dienste nicht nur die türkische MwSt. von 18% bezahlen, sondern auch eine Art Quellensteuer (Stopaj) von 20%. Auch wenn du einen identischen Betrag, wie dein türkischer Konkurrent verlangst, bist du immer noch 20% teurer, weil du nicht vor Ort, in der Türkei, bist. Bei Produkten entfällt die Quellensteuer. Du kannst also „Made in Germany“ von Deutschland aus verkaufen, nur hast du bessere Karten, wenn du, oder deine Vertretung, vor Ort bist. Die Frage „wie schnell sind Sie, wenn wir Sie rufen?“ wird eines der ersten Fragen sein und die Kaufentscheidung beeinflussen.

Wie wird in der Branche abgerechnet und bezahlt?

Egal in welcher Branche du unterwegs bist, alles läuft über den Preis. Du kannst ruhig etwas teurer als deine Konkurrenten sein, wenn du aber 12 Monate Zahlungsziel gibst und dein Konkurrent nur sechs Monate, hast du die Nase vorn. Ich habe vielen deutschen Unternehmen helfen müssen, deren Geschäfte zu gut liefen und sie illiquide wurden. Was hatten sie falsch gemacht? Das Zahlungsgebaren in der Branche nicht so richtig berücksichtigt. In der heutigen Zeit gleicht es einem Wunder, wenn die Zahlung wie vereinbart kommt. Oft muss die Muttergesellschaft die Türkei Niederlassung finanziell unterstützen: „Wegen zu guter Geschäftslage.“ TEIL I

Das könnte Dich auch interessieren …