Edogan: Weg vom US-Dollar

Recep Tayyip Erdogan bekräftigte in der kirgisischen Hauptstadt Bischeck abermals, dass man im internationalen Handel vom US-Dollar wegkommen müsse.

Gut gebrüllt Löwe! Sicher ist das der Wunsch vieler und nicht nur des Herrn Erdogan, aber darüber hätte er zu Zeiten denken sollen, als es der Wirtschaft noch gut ging. Jetzt sind andere Probleme vorrangiger und weg von den Devisen, unmöglich.

Im Lande denken die Menschen nur noch in Euro und USD, denn sonst können sie ihre Läden dicht machen.

Die kleinen Tante-Emma-Laden Besitzer können ein Lied davon singen, was es heißt in TL Handel zu betreiben. Die beliebten Kekse sind z.B. mit einem Preisschild von 2,30 TL etikettiert, nur der Lieferant kommt mit einer neuen Preisliste an. Dort ist der Preis der Kekse für den Ladenbesitzer mit 2,65 TL angegeben. Also verkauft er derzeit unterpreis. Er merkt auch nicht, dass sein Geld in der Kasse immer mehr an Wert verliert und weniger wird. Fast jeder Verkauf kann ein Verlustgeschäft bedeuten.

Auch in der Industrie baut man, um am Ende keine Verluste zu machen, so viel Preispuffer ein, dass sich die Waren automatisch unverhältnismäßig verteuern.

Es gibt ‚gefühlt‘ nur noch teuer. Günstig gibt es nicht mehr. Der Schnitt, oder der Knall muss schnell kommen. Je länger diese Situation der Wirtschaft andauert, umso schlimmer wird es die Menschen noch erwischen.

Jetzt hofft die Wirtschaft, dass der Finanzminister und Schwiegersohn diese Woche sein mittelfristiges Finanzprogramm verkündet und die Zentralbank bei ihrer Sitzung am 13. September Zinserhöhungen beschließt.

Der Verbrauch stagniert. Die Verbraucherkredite mit 2 Jahre Laufzeit sind unter 30-40% effektiver Jahreszins nicht zu haben und nach einer nötigen Zinserhöhung durch die Zentralbank, wird es abermals teurer werden.

Nach dem 24. Juni, dem Wahltag, hat sich für die Wirtschaft nichts zum Besseren gewendet bzw. nichts passiert.

Dennoch geht das süße Leben nach Außen hin weiter. Schließlich haben die, die es haben, nur Devisen gehortet. Der Kluft zwischen Reich und Arm ist allein in den letzten zwölf Monaten riesig geworden. Die türkische Lira verlor in einem einzigen Jahr gegenüber dem USD und dem Euro 75% an Wert.

Diese Woche werden auch Kooperationsabkommen mit dem Katar geschlossen, auf die man baut, auf der türkischen Seite, nur, die Katarer waren in den letzten Jahren sowieso die kräftigsten Investoren, die die wenigen gut laufenden Unternehmen und ansonsten nur Immobilien und Grundstücke aufkauften. Geld zu verschenken haben die Katarer sicher auch nicht und werden erst einmal abwarten, wie sich die Dinge am Markt entwickeln.

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