Die Türkei legt neues Wirtschaftsprogramm vor – Müssen bald die Imame ran?

Der Finanzminister und Schwiegersohn von Herrn Erdogan hat gestern die Türkei mit dem neuen Wirtschaftsprogramm für die kommenden vier Jahre beglückt. Einige Wirtschaftsbosse kommentieren das Ganze heute als ein positives Signal und doch sind sie alle die Nutznießer der AKP-Regierung. Die eigentlich leidenden Unternehmer schweigen.

Die Umsetzung des Vorhabens muss ebenfalls noch geplant und umgesetzt werden, heißt es.

Zum einen wurden alle Wachstumserwartungen herabgesetzt. Das ist allzu normal, in der momentanen Situation. Für 2018 erwartet man eine Inflationsrate von 20,8%. Sehr optimistisch eigentlich, bei dem hohen Wertverlust der türkischen Lira.

Während die Zahlen der Wirtschaft, von Jahr zu Jahr besser werden sollen, so hat man sich doch bei der Arbeitslosenquote, für die kommenden vier Jahre, sich auf eine zweistellige und sich kaum ändernde Quote von 10,8 bis 12,1% festgelegt.

In der Rede des Ministers kamen die Devisenkurse erstaunlicherweise nicht vor. Ich hatte bereits gestern gesagt, dass alle guten Vorsätze und es sind alles nur gute Vorsätze ohne einen Plan, wie es umgesetzt werden soll, nicht funktionieren werden, wenn die Devisenkurse ihren Tanz, oder besser gesagt, ihre Reise nach Oben fortsetzen.

Oft habe ich Unternehmern gesagt, dass sie kurzweilig die Verbindlichkeiten, die sie haben, mal vergessen und sich aufs Geschäft konzentrieren sollten, damit überhaupt etwas reinkommt und man an die Schuldentilgung denken kann.

Im Falle der Türkei ist das aber nicht möglich. Durch den Wertverlust der Lira sind ist die Schuldenlast der Unternehmen nochmals gestiegen. Der Markt steht still und die Arbeitslosigkeit steigt stärker, als die Zahlen das zeigen. Immer mehr Arbeitslose, immer weniger Geld am Markt. Die gestiegenen Zinsen werden den Konsum und die Investitionen ebenfalls ausbremsen.

Da müssen absolute Spezialisten wirken, damit man so eine komplizierte Situation, wenn überhaupt möglich, in den Griff bekommt, andernfalls müssen die Imame ran und beten.

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