EKZ-Investoren und der Dominoeffekt in der Wirtschaft

Eigentlich kann man von einem Wunder sprechen, dass einige Läden in den vielen Einkaufszentren der Türkei noch gibt. Von einem Eigner weiß ich, dass sogar Mietnachlässe von bis zu 50% eingeräumt wurden, damit überhaupt noch Mieteinnahmen fließen. Manche Läden würden den Tag ohne ein TL Umsatz abschließen.

Die Mietnachlässe halfen nicht viel, denn die Verträge sind auf USD oder Euro Basis gemacht und das Geld wird in TL verdient. Die TL verlor alleine im letzten Jahr 75% an Wert.

Gestern haben einige Ladenbetreiber der EKZ’s, wegen der ständig steigenden Kosten protestiert und ihre Läden zwei Stunden später aufgemacht.

Schon trat der Vereinigung der Einkaufszentren-Investoren (AYD) auf den Plan und sagte, das gehöre sich nicht. Man merkt, die Redensart des Präsidenten färbt ab. Meinungsunfreiheit auf allen Ebenen.

Die Zusammenhaltparolen und Schuldzuweisungen flogen wohl nur so hin und her, wie man hört. Dann sagte der Verbandpräsident der EKZ-Investoren, dass das Verhalten der Mieter zur Folge haben könnte, dass die EKZ-Eigner/Betreiber auf 15 Mrd. USD Schulden sitzenbleiben würden, was zur Folge hätte, dass die Banken ebenfalls in Schwierigkeiten kommen könnten und einige der über 500.000 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verlieren könnten. So erfuhren wir nicht nur die Höhe der Verbindlichkeiten der EKZ-Eigner bzw. Betreiber, sondern bekamen ein Situationsbericht, wie es um die Branche und die türkische Wirtschaft im Allgemeinen steht. Der Präsident der EKZ Investoren-Vereinigung (AYD) nannte somit die Risiken, die der Gesamtwirtschaft anhaften. Ein kleiner Stoß und der Dominoeffekt* setzt ein.

(*) Anwendungsbeispiel: In der Wirtschaft besteht ein Domino-Effekt darin, dass bei einem Konkurs eines Betriebes oft viele andere in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

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