Seit dem 1. September kann das Ausland auf deine Konten schauen, wenn …

Die OECD Länder hatten schon vor geraumer Zeit vereinbart, dass die Finanzbehörden Bankdaten verdächtiger Personen untereinander austauschen können. Ab dem 01. September 2018 sollte es soweit sein.

Ob die Türkei der Regelung Folge leisten wird steht noch aus. Eigentlich haben es die im Ausland lebenden Türken der AKP zu verdanken, dass sie u.U. zu den Verdächtigen zu zählen sein könnten.

Hätte die AKP die türkischen Wähler mit Adressen nicht erfasst und nicht für Propagandazwecke verwendet, wären die ausländischen Behörden nicht im Besitz dieser gewesen.

Dass in Österreich 20.000 Türken, die die doppelte Staatsangehörigkeit besitzen derzeit durchleuchtet werden, haben die ausländischen Organe diesen Listen zu verdanken.

Fairerweise muss man erwähnen, dass die Sozialdemokraten viele Male davor gewarnt hatten, dass die Teilnahme an dieser Vereinbarung eine Gefahr für die im Ausland lebenden Türken darstellen würde.

Eigentlich ging man davon aus, dass nur die gefährdet sind, die in Europa Sozialhilfeempfänger sind und in der Türkei Haus und Hof besitzen.

Gefährdet sind alle im Ausland lebenden Türken. Sobald sie ins Visier der Finanzfahnder geraten steht dem Informationsaustausch nichts mehr im Wege.

Welche Daten können übermittelt werden?

Alle Bankenkonten, Spareinlagen und eigentlich alles, was mit Geld in Zusammenhang steht und bei den Banken registriert ist.

Was wird nicht übermittelt werden?

Das sind die Rentenkonten, Immobilieninformationen, Anteile an Unternehmen, die nicht an der Börse notiert sind, Fahrzeuge u.a.

Was kann passieren?

Da in der Türkei die Steuern niedriger sind, können die ausländischen Finanzbehörden, im Rahmen der Doppelbesteuerungsabkommen, die Steuern rückwirkend verlangen und den höheren Steuern im eigenen Land anpassen. Alles muss rückwirkend ausgeglichen werden. Hinzukommen die Zinsen und Strafzahlungen.

Was ist mit den Sozialhilfeempfängern?

Nun, die sind ganz schlimm dran. Sobald festgestellt wird, dass sie Werte im Ausland besitzen und Einnahmen erzielen, wird man u.U. oder eher höchstwahrscheinlich die bezahlten Hilfsleistungen zurückverlangen.

„Passiert schon nichts!“ sagte die AKP auch in Zusammenhang mit den in Österreich lebenden Türken.

Wisst Ihr worüber niemand spricht und schreibt?

Der Informationsaustausch ist keine Einbahnstraße. Die Türkei hat heute schon längst den gläsernen Bürger geschaffen. So werden die andersdenkenden Türken, die im Ausland leben und Verbindungen in die Türkei haben, aber auch Bürger, die zwar in der Türkei leben, aber Geschäfte mit dem Ausland machen, genauso von der türkischen Behörden verfolgt werden können.

Was ist mit den Ausländern, die in der Türkei leben?

Sie sind auch dran. Sobald Verdachtsmomente da sind, wird man schauen können, ob alles den Fiskalgesetzen konform abläuft. Zu meiner Zeit in Alanya erlebte ich oft, wie deutsche Sozialhilfeempfänger Immobilien kauften. Ich habe einen deutschen Bekannten, der lässt sich jeden Monat die Hilfen, die er vom deutschen Staat kassiert, in D von seinem Konto abheben und per Western Union schicken. Dann zahlt er diesen Betrag auf sein Konto bei einer türkischen Bank ein, damit die Kreditraten seiner Wohnung in Alanya abgebucht werden können. Er ist aber auch schon in Panik.

Auch wenn ich hier als Beispiele Deutschland und die Türkei aufgeführt habe, betrifft die Regelung die Gesamtheit der OECD Länder.

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