Türkei: Die Analysten sind zwar optimistisch aber …

Die Türkstat gab neue Zahlen zur Inflation bekannt. Die Inflation für die Verbraucher betrug, mit einer Steigerung von 2,3% zum Vormonat, 17,90%. Eigentlich eine von Analysten* erwartete Höhe.

Auf die Bekanntgabe hin teilte die Türkische Zentralbank mit, dass die entsprechenden Reaktionen von deren Seite erfolgen würden.

Am 13. September kommt die Zentralbank zusammen und wird neue geldpolitischen Entscheidungen treffen.

Die Analysten erwarten, so schreiben die türkischen Medien, dass die Inflation den Jahreshöchststand im September oder Oktober erreichen wird. Erwartet wird, dass man das Jahr mit ca. 20% Inflation abschließen wird.

Diesen Optimismus der Analysten teile ich nicht. Es sind einfach zu viele Risiken da, deren Zusammenspiel und Wirken kaum vorausgesehen werden kann.

Außerdem nicht vergessen! Es ist verboten Negatives über die Wirtschaft zu berichten und die Analysten wollen ja noch in der Türkei und in Freiheit leben.

Reden ist Silber, schweigen ist Gold

Der Finanzminister und Schwiegersohn sagte gestern, dass man nicht daran denke bei der IWF anzuklopfen. Dieses hätte er ruhig für sich behalten können, denn die finanziellen Sorgen der Türkei, können unmöglich von Deutschland bzw. der EU alleine gestemmt werden und solch eine Aussage wird in der Finanzwelt Kopfzerbrechen bereiten und über kurz oder lang sich negativ auf die Devisenkurse auswirken.

(*) Ein Analyst ist ein erfahrener Berater, der in seinen profunden Ratschlägen nur seinen Kunden, seinem Gewissen und nur ganz nebensächlich der Bank, die ihn fürstlich bezahlt, verpflichtet ist. Kann absolut überzeugend begründen, warum sein gestern absolut überzeugender Ratschlag heute absolut falsch ist. Kurz: Ein wirklich kompetenter Mensch.
© Karsten Mekelburg

(*1962), deutscher Satiriker

Quelle: »Teufelsspitzen: Satirisches Wörterbuch«, 2007

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