Verständlich erklärt: Warum die türkische Wirtschaft kämpfen muss.

Gül erwähnte, dass um Exporte für 100 USD realisieren zu können, die Türkei für 82 USD Teile, Energie und Dienstleistungen importieren muss.

Teuer gekaufte Devisen, ein solch hoher Importanteil und dann über den Preis verkaufen. Verdient wird nur sehr wenig und dieser Tage nichts mehr. Die hohen Devisenkurse haben noch die letzte Marge geschluckt.

Während der türkische Unternehmer seine Ware über den Preis ins Ausland verkauft, spielt der Preis im Lande eine eher untergeordnete Rolle. Hier fragt der Einkäufer zuerst nach dem Zahlungsziel. 6, 10, 12 Monate, keine Seltenheit. Er kauft zumeist da, wo nicht die beste Ware, oder der beste Preis zu bekommen ist – nein, es geht nur um eines, „das Zahlungsziel“.

Damit ist jetzt aus.

Wer den Betrag auf der Preisliste, dann auch noch in Devisen, nicht sofort begleichen kann, bekommt keine Ware. Somit kippt das türkische Handelssystem. Der Händler kauft nicht, wenn er kein Zahlungsziel bekommt, der Verkäufer verkauft nicht, wenn kein Bares sieht.
Die Folge ist Kollaps der Wirtschaft.

Auf die weiteren Probleme, wie die Inflation, Arbeitslosigkeit, Rechtsunsicherheit (halt Ein-Mann-Regime), Schulden, Auslandsschulden, Überschuldung usw. gehe ich mal nicht ein.

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