Krise? Wo denn? – Ein Land wird nicht regiert

Seit Jahren wird die Außenpolitik der Türkei durch Säbelrasseln bestimmt. Im Internet wird, um ein Beispiel mit ‚Säbelrasseln‘ zu bringen, folgender Satz verwendet: „Durch blutrünstige Reden, auftrumpfendes Säbelrasseln und diplomatische Taktlosigkeiten schlimmster Art habe er für einen permanenten Alarmzustand gesorgt und das Misstrauen der anderen Mächte in die Absichten der ………. Politik geschürt.“ Die Lücke ist mit “türkischen” zu füllen.

Die Türkei hat durch die Jahre sehr gute Außenminister gehabt. Man denke nur an Ismail Cem, dem überall mit Hochachtung begegnet wurde. Die letzten 16 Jahre waren die Außenminister, die Handlanger und Marionetten des Herrn Erdogan. Kündigte sich ein türkischer Außenminister im Ausland an, so hieß es: „Ach du Scheiße, schon wieder der“ oder so ähnlich.

Wohin uns die falsche Außenpolitik geführt hat, können wir dieser Tage sehr gut spüren. Ein Land, das mit der AKP Politik  auf Pump aufgebaut ist, weiterkommen will, hat mit fast allen Nationen gebrochen. Die, die gut gesonnen erscheinen, spielen diese Rolle nur zeitweilig und das rein aus strategischen Gründen.

Die türkischen Unternehmen hissen, eines nach dem anderen, die Konkursfahne. Dass dieses in der Öffentlichkeit nicht kommuniziert wird, ändert nichts an der Situation.

Die Unternehmen, die in den letzten Jahren vorsichtig agierten und geschafft hatten, Rücklagen zu bilden, versuchen ihre Position am Markt zu halten und sondieren die Lage. Sie werden überleben und nicht untergehen.

Einige sind sogar dabei, die Krise zu einer Chance für Übernahmen zu machen. Die Chancenjäger haben in der Türkei derzeit Hochkonjunktur.

Dann gibt es noch die Gruppe von Unternehmern, die nur mit leerem Geschwätz glauben, die Situation zu bewerten und gehen unverrichteter Dinge wieder auseinander. Zu denen kann man auch Herrn Erdogan und die Regierung zählen.

Brüllen, in Form von heißer Luft und nichts tun. Jahrelang wurde ein Wirtschaftswachstum in Form von Immobilien, Grundstücken und Bauprojekten propagiert. Viel Hoffnung hatte man nicht, dass das ewig funktionieren könnte und so kam es auch. Nichts geht mehr!

Die meisten haben ihr Vermögen in der Erde vergraben, in Form von Immobilien. Wie soll sich nun die Wirtschaft drehen?

Die Übernahmen von türkischen Unternehmen durch ausländische Investoren. Mehr gibt es fast nichts zu berichten. Wann habe ich mal über etwas Gewaltiges in die andere Richtung berichtet, überlege ich. Ich glaube, es waren  die Milliarden Investition der Yildiz Holding (Ülker). Sie kaufte damals United Biscuits aus GB. Nur ist das mittlerweile auch Geschichte. Unlängst hat die Yildiz Holding 6,5 Mrd. USD umgeschuldet und die Schulden auf Jahre gestreckt. Gesucht werden weitere Milliarden.

Ich denke, wenn eine andere Wirtschaft so schlecht stehen würde, würde Chaos ausbrechen, unweigerlich würde Chaos ausbrechen. In der Türkei ist sogar das verboten, könnte man meinen. Die Menschen wehklagen und weinen zuhause und nicht öffentlich. Ich wette, dass kein Volk leidensfähiger ist.

Ab jetzt muss jeder einzelne Verantwortung übernehmen, zumal von der Regierung nichts zu erwarten ist. Sie sind entweder unfähig, oder es steckt ein System dahinter, die Türkei so platt zu machen, dass sie nur noch schwer aufstehen kann. Wir müssen an einem Strang ziehen und nach dieser Pleite, die wir jetzt in der Türkei durchleben, besser positioniert an den Start gehen.

Gerade stelle ich fest, dass ich wie Herr Erdogan rede. Sprüche klopfen und nicht sagen, wie es gehen soll. Es ist nicht leicht etwas zu empfehlen, zumal nicht klar ist, wie laut der Knall sein wird.

Fakt ist, dass jetzt ein Selbstreinigungseffekt stattfindet und dieses noch sehr lange dauern wird. Die Schwachen gehen pleite und es bleiben einigermaßen gesunde zurück. Auf diese setzen? Könnte man sicherlich, nur die türkische Wirtschaft besteht aus Kleinstunternehmen und Mittelständlern. Deren Ende bedeutet hohe, unvorstellbar hohe Arbeitslosigkeit und Elend. Wie man das Rad dann noch zurückdrehen, oder besser gesagt weiterdrehen kann? Werden wir erleben.  ​

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