Die Lira erholt sich – Dennoch besteht dringender Handlungsbedarf

Die türkische Lira erholt sich Dank der Maßnahmen der Bankenaufsicht BDDK. Die Entscheidung, Devisentauschgeschäfte zwischen den ausländischen Investoren und türkischer Banken einzuschränken reichte vorerst.

Was hat man anders gemacht?

Die Bankenaufsicht hat den ausländischen Investoren, die zockten, auf die Füße getreten. Es geht, um die Leerkäufe. Nein, auch wenn es wie der Kauf einer Mogelpackung sich anhört, sind Leerkäufe das Wetten der Investoren auf fallen der Kurse von Wertpapieren.

Es gibt auch ungedeckte Leerkäufe

Diese Art des Zockens mit Wertpapieren ist noch leerer als leer. Der Investor besitzt die Wertpapiere nicht einmal, er leiht sich diese. Für den Markt ist das äußerst ungesund, weil die Risiken viel höher sind. Die Kurse können in diesem Fall, wie in der Türkei geschehen, viel stärker ausschlagen, als es sonst der Fall ist. Wetten sehr viele auf ein Fall der Kurse, so ist das auch nicht zu verhindern. Dabei muss der Kurs nicht absacken, denn es reicht ein kleiner Ausschlag nach unten und schon haben die Investoren verdient.

Die Leerkäufe können aber auch den Händlern helfen, die schon Monate vorher Waren bestellt haben, sich gegen die Kursbewegungen abzusichern. Ich weiß, alles muss man nicht verstehen, nur so grob, reicht auch.

In Deutschland sind solche ungedeckten Leerkäufe komplett verboten. In der Türkei sind sie erlaubt, wie sollte es auch anders sein, denn die die an den richtigen Stellen sitzen, können den türkischen Geldmarkt beeinflussen, wie sie wollen.

So, die Lira beruhigt sich und der Wertverlust wurde zeitweilig aufgehalten. Wie geht es jetzt weiter. Die hohen Devisenkurse waren eines der Probleme der türkischen Wirtschaft. Die ständigen Schwankungen und tendenziell immer in die Höhe gehenden Devisenkurse lenken uns von den eigentlichen Problemen ab. Die Importe fressen die Exporte auf, bedeutet, dass die Türkei ewig ein Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren hat und das neben den gewaltigen Auslandsschulden, staatliche, wie private der Industrie. Dann noch die Inflation, die Arbeitslosigkeit und, und, und… Was tun? Dass der Emir von Katar 15 Mrd. USD investieren möchte, rettet die Türkei nicht. Katar hat nur solche Investitionen, die nicht für Arbeitsplätze und Mehrwert sorgen, aber ein Stück Türkei in deren Besitz bringen.

Wenn die Türkei nicht schafft, aus diesem Kreislauf herauszukommen, wird es von einer Krise in die nächste rennen.

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