Die bittere Wahrheit: Deutschland muss einen Diktator unterstützen

Für mich, der ausschließlich davon lebte, dass die Türkei sich als einen sicheren Hafen für das ausländische Kapital, darstellte, sind die guten Zeiten längst vorbei. Dafür gibt es einen Schuldigen und das ist der heutige Präsident höchstpersönlich. Er möchte das Land wie ein Unternehmen regiert wissen. Also ist er der CEO und steht auch für die Fehler seiner Mannschaft als der Verantwortliche da. Seine Diktatormanieren brachten es mit sich, dass sich das ausländische Kapital zurückzog. Als Diktator kannst du dir so ziemlich alles leisten, nicht aber wenn es um die Wirtschaft geht.

Stell dir vor, du bist ein großer Investor und beobachtest, wie in dem Land Menschen willkürlich verhaftet und von ihren Jobs suspendiert werden. Wie Journalisten, nur weil sie nicht im Sinne von Herrn Erdogan schrieben, einsitzen. Die Gewaltenteilung ganz dahin ist, und sogar Richterposten von Nichtjuristen besetzt werden. Würdest du als Investor, dem die ganze Welt offensteht, in die Türkei investieren?

Das ewige Opfer Erdogan

Da er nie für etwas schuld ist, was schiefläuft, ist er automatisch das Opfer. Mit seinem Opferdasein brachte er es zum Präsidenten bzw. Diktator. Immer wenn man denkt: „So, das werden doch seine Anhänger jetzt sehen und ihn abstrafen” zieht er sein Opferkleid an und spielt das Spiel andersherum.

Schon sieht er wieder wie der Sieger aus.

Das ist das Problem, er sieht immer wie der Sieger aus, dabei geht alles den Bach runter, siehe Wirtschaft und das Vertrauensbonus der Türkei im Ausland. Dieses Mal werden seine Fehler höchstwahrscheinlich durch die EU ausgebügelt werden, denn die Türkei hat eine so optimale geopolitische Lage, dass man sie nicht aufgeben kann. Das ist kein Verdienst von Herrn Erdogan, schließlich ist auf der Weltkarte die Türkei schon immer dagestanden, wo sie steht.

Pufferzone Deluxe 

Eine Pufferzone zwischen der EU und dem Krisengebiet im Nahen-Osten. 460 Mrd. USD Auslandsschulden können durch Redenschwingen nicht weggedacht werden. Bei realistischer Betrachtung können diese mit dem Income nicht gestemmt werden. Die Türkei hat nur die Deviseneinnahmen durch Tourismus und da hört es schon auf. Ein Land, welches sich in der Zukunft unter den Top 10 Industrienationen sieht, hat sonst keinerlei Einnahmen.

Die Importe fressen die Exporte und das Land auf

Der Import frisst den Export auf und zieht sogar ein Leistungsbilanzdefizit hinter sich, welches zusätzlich gestemmt werden muss. Womit? Zurück zur geopolitischen Lage. Die EU hat ein Problem. Sicher hat Frau Merkel letzte Woche mit der spanischen Führung nicht nur über die Paar Flüchtlinge aus Afrika gesprochen. Das größere Problem sind die Schulden der Türkei. Spanien ist der größte Gläubiger der Türkei, neben Italien, Frankreich und Deutschland. Das, was die Spanier zu bekommen haben, beträgt bald 100 Milliarden Euro. So reicht jeder sein Problem bzw. das Risiko weiter, bis am Ende die EU und folglich Deutschland dafür geradestehen müssen.

Warum keine IWF Kredite?

Eigentlich wäre die Zeit reif für den Einsatz von IWF Krediten. Nur hat Herr Erdogan sich in früheren Jahren seiner Alleinherrschaft soweit aus dem Fenster rausgehangen und den IWF schlecht geredet, dass er jetzt nicht mehr zurückrudern kann. Also müssen jetzt die Europäer sehen, wie sie die Türkei auf den Beinen halten. Klar geht mit jeder Hilfe ein Stück Türkei verloren, denn so uneigennützig gibt man Geld doch nicht her. Diese sind an Bedingungen verknüpft, wie z.B. das mehr deutsche Maschinen und Anlagen gekauft werden müssen.

Das sollte der Erdogan-Anhänger unbedingt wissen

Der Erdogan-Anhänger soll wissen, dass mit jeder Erfolgsmeldung von Herrn Erdogan, die das Überleben der türkischen Wirtschaft und der Türkei betreffen, ein Stück Türkei verloren geht.

Absurd ist das ganze außerdem. Deutschland und die EU müssen sehen, dass sie eine Diktatur am Leben erhalten. Dabei sitzen in den türkischen Gefängnissen Deutsche ein. Eigentlich sollte man zur Bedingung machen, dass all diese Menschen, samt vieler ohne Anklage einsitzender Türken, entlassen werden müssen. Um es leichter ertragen zu können, empfehle ich Euch daran zu denken, dass es wegen der geopolitische Lage nötig ist, die Türkei zu retten. Oder Ihr nehmt Antidepressiva ein.

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