Türkischer Marktführer wird vom italienischen Unternehmen geschluckt

Zufällig ist es wieder ein Italiener, der zum richtigen Zeitpunkt in der Türkei zugeschlagen hat. Jede Krise verbirgt ihre Chancen. Vor einigen Jahren war es Ferrero, der das türkische Unternehmen kaufte, welches den 2/3 des Haselnussmarktes beherrschte. So hat Ferrero seitdem das Sagen über die türkische Haselnuss.

Gestern hat nun das italienische Unternehmen Sabaf für 27 Millionen USD das türkische Unternehmen Okida gekauft. Sabaf ist weltweit einer der größten Zulieferer von Teilen für Weißwaren, genau wie Okida in der Türkei. Sabaf war schon früher in die Türkei gekommen und hatte bereits ein Werk in Manisa. Okida ihrerseits hat 50% Marktanteil in der Türkei und beliefert außerdem 20 Länder.

Eine sehr gute Akquise und eine Komplettübernahme was Sinn macht. Sabaf kann man nur gratulieren. Türkei ist mit den vielen deutschen Marken, die in der Türkei produzieren, aber auch mit den mittlerweile Weltmarken, Beko, Vestel und Arcelik, die einen enormen Exportanteil haben, eines der führenden Hersteller Nationen, wenn es um Weißwaren geht.

Jetzt werden all diese Marken von einem einheimisch-italienischem Monopolisten beliefert werden. Wahrlich keine schöne Situation. Die Teile zu importieren würde bei dem Wertverlust der Lira zu teuer werden, so muss man sich mit Sabaf arrangieren und im Lande kaufen, zu den Preisen, die der Monopolist vorgibt.

Einige mögen jetzt von der Globalisierung reden, wo jeder jeden kauft, oder sich überall beteiligt. Insofern habe ich nichts dagegen. Nur die Türkei hat nichts von der Globalisierung. Es ist eher ein Ausverkauf. Kaum eine Branche mehr ist in türkischer Hand. Was machen die Verkäufer mit dem Geld? Sie bauen.

Il Signore Michele’s Heißhunger auf Haselnüsse

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