Türkei: Die Wirtschaft am Beispiel des Fußballs erklärt.

Ankara regelt dieser Tage u.a. die Inlandsverschuldungsregeln neu. Der Verschuldung sollen Grenzen gesetzt werden. Das würde zwei Vorteile mit sich bringen sagt man, zum einen muss man nicht nach Finanzmitteln suchen und zum zweiten würde die Zinslast geringer ausfallen. Ich denke, da wäre man auch alleine darauf gekommen. Wer keine Schulden macht, muss auch keine Zinsen bezahlen.

Ich weiß nicht, welchen Vergleich ich bringen soll, denn es ist nicht einfach in dieser Konstellation, wie es abgeht in der Türkei. Nehmen wir ein Beispiel aus dem Fußball. Die gegnerische Mannschaft kommt aufs türkische Tor zu, es ist ersichtlich, dass es eine 100%ige Torchance ist, ja, es ist sogar ziemlich sicher, dass ein Tor einkassiert wird und in dieser Phase überlegt die türkische Mannschaft, statt sich auf das Verteidigen zu konzentrieren, wie der nächste Angriff auf das gegnerische Tor ausschauen soll.

Die Wirtschaft erstickt in Problemen, die dringend auf eine Lösung warten und was macht Ankara, die Probleme lässt man links liegen und plant die Zeit nach dem Debakel, die sowieso nicht mehr zu verhindern ist, oder doch? Die Mehrwertsteuerrückerstattung soll schneller erfolgen, die Unternehmen sollen sich leichter verschulden können, Unternehmen, die derzeit durch die schwankenden Wechselkurse in Not geraten sind, sollen ihre Steuerschulden stunden können usw.

Wo sind die Lösungen und Initialzündungen für die Wirtschaft? Immer noch redet man wie vor den Wahlen, in der Zukunft soll alles besser werden. Wenn ich mir nicht in Erinnerung rufen würde, dass die Amtszeit fünf Jahre dauert, würde ich denken, dass Ankara nur das ‘Jetzt’ lebt und denen so ziemlich alles egal ist. Die Zeit absitzen und die Vorteilen der Macht genießen bzw. alles mitnehmen was geht.

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