Türkei: Bei Unfällen mit Verletzten und Toten läuft es immer gleich ab

Wer am Lenker sitzt, wird abgeführt. Bei dem Zugunglück am Sonntag in der Türkei kamen 25 Menschen ums Leben. Der Boden war, ob nach den Regenfällen vor einigen Wochen, aber auch sonst wie, locker geworden unter den Schienen. Eher war es ein Wunder, dass nicht schon früher etwas schlimmes passierte.

In der Türkei beobachte ich oft, dass derjenige, der das Fahrzeug lenkt, als erster dran ist. Ohne wenn und aber wird er abgeführt. So auch bei den zwei Lokführern, die vorne im Lokführerhaus saßen.

In Alanya schaute ich einmal verträumt auf die Straße, als genau in dem Augenblick ein Passant vor ein Auto sprang und mitgerissen wurde. Das ganze passierte nicht am Zebrastreifen, die in der Türkei sowieso keine Bedeutung haben. Ich hätte alles darauf wetten können, dass der Fahrer verhaftet werden würde. So kam es dann auch. In diesem Fall war der Passant schon schwerer verletzt, aber auch sonst, wenn es glimpflich abgeht, ist immer der Fahrer dran. Einer wie Neymar, würde in der Türkei niemals abgeführt werden, schließlich krümmt er sich am Boden.

Es gibt eine große Ausnahme von der Regel. In dem Fall wird nicht der Lenker abgeführt, sondern andere, die auf ihn als den Schuldigen zeigen.

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