Kanal Istanbul, oder weil es besser klingt: “Le Grand Canal d’Istamboul”

Kanal Istanbul Projekt rückt näher schrieben die türkischen Medien die letzten Tage. Um mit dem Bau beginnen zu können, müssen einige Gesetze ergänzt und passend gemacht werden. Noch vor 2 Wochen hieß es, dass die neuen Gesetze, mit den Gesetzen um das Freikaufen vom Wehrdienst, gleichzeitig verhandelt und entschieden werden würden. Dieses ist nicht passiert, aber dafür kam die regierungsnahe Zeitung Sabah mit folgender Mitteilung, die ich sinngemäß wiedergeben möchte:

Der Präsident der Planungs- und Budgettierungskommission Bilgic sagte: „Nach unseren Ermittlungen fahren jedes Jahr ca. 50.000 Schiffe durch den Bosporus. Unter Berücksichtigung der Entwicklungen im Welthandel, nehmen wir an, dass diese Zahl bis 2070 ca. 86.000 Schiffe erreichen wird. 20% der Schiffe transportieren Gefahrengut. Wir arbeiten noch an den Gesetzesänderungen, die den Bau betreffen. Die Umweltstudien um den Bau sind in der letzten Stufe angelangt.“ (Dass, was ich oben geschrieben habe, wiederholt man im gleichen Wortlaut nochmals).

Was möchten uns diese Sätze sagen? Keine Ahnung. Evtl. eine Erklärung dafür, dass sich doch alles in die Länge ziehen wird?

Eine nichtssagende Erklärung und Beitrag. Fakt ist, dass Kanal Istanbul völlig unnötig ist. Er soll am Ende Spekulanten dienen, die um den 45 km. langen Kanal entlang sich die Grundstücke bereits gesichert haben. Derzeit veranschlagt man für den Bau knapp 65 Milliarden TL (ca. 11 Mrd. EUR). Es soll wie gehabt ausgeschrieben werden und nach dem Modell Bauen-Betreiben und Übergeben funktionieren. Sicher wird die Cengiz Holding, wenn es soweit ist, den Zuschlag und auch Geld vom Staat zugesteckt bekommen, damit er bauen kann. Beim dritten Airport war das so. Finanziert haben nur die Staatsbanken der Türkei und als eine Anschubfinanzierung nicht klappte, lieh man der benannten Firma ca. 2 Mrd. USD waren es glaube ich und vergaß es zurückzuverlangen. Passiert schon mal. Wie bei den anderen Verlustprojekten,  Marmaray, Tunnel unter dem Bosporus, dritte Bosporus-Brücke, Flughafen-Istanbul u.a. wird es wieder staatliche Auslastungsgarantien geben, damit nicht der Betreiber sondern der Staat, folglich der Bürger den Schaden hat.

Ein Grund für die Verzögerung kann auch die Tatsache sein, dass in der finanziell schlechten Lage, die Gläubiger der Türkei, die auf Geld hoffen, bei so viel Größenwahn, durchdrehen würden.

https://www.sabah.com.tr/gundem/2018/07/26/plan-ve-butce-komisyonu-baskani-bilgicten-kanal-istanbul-aciklamasi

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