Insiderhandel an der Börse Istanbul erlaubt – Korruption 2.0 reloaded

ERGÄNZUNG: Die Börse hat auf die Irritationen am Markt hin, am Samstag sogar verkündet, dass die unten genannten Veränderungen rückgängig gemacht wurden.

So etwas hat die Welt nicht gesehen. In der neuen Türkei des Herr Erdogan passieren Dinge, die man sich so hätte niemals ausmalen können.

Die Finanzmärkte-Regulierungsbehörde (SPK) hat unter den Verboten, wie an der Börse nicht gehandelt werden darf, einen Absatz so geändert, dass der Insiderhandel bis zum 31. August 2018 erlaubt ist.

So wie das meine Art ist, möchte ich es ganz einfach erklären. Die Unternehmen, die an der Börse notiert sind, müssen zu gewissen Zeiten Bilanzen und sonstige Firmendaten an die Öffentlichkeit herausgeben. Die Erstellung dieser Reports kann natürlich nicht mit der Veröffentlichung zeitgleich passieren. Dazwischen können Tage, aber auch nur Stunden liegen.

Diese Informationen sind dafür da, dass der Anleger weiß, wo es tendenziell lang geht mit dem jeweiligen Unternehmen. Weltweit sind an den Börsen Insidergeschäfte verboten, weil es dem Insider der aus dem betreffenden, oder Umfeld des Unternehmens kommt, unlautere Vorteile bietet. Vor den anderen zu wissen, dass das betreffende Unternehmen kurz vor der Pleite steht bedeutet, alle Aktien abstoßen bevor der Markt das erfährt, oder umgekehrt, steht das Unternehmen vor einem Mega-Deal, was die Steigerung des Wertes der Aktie zur Folge haben würde, so viel Aktien wie möglich zu kaufen und unglaublich hohe Gewinne zu erzielen, soll durch das Verbot des Insiderhandels unterbunden werden.

In der Türkei aber hebt man das Verbot bis zum 31. August 2018 auf. In dieser Zeit können all die und deren Familien, die in einem Haus leben und über Insiderwissen über ein Unternehmen verfügen, Insiderhandel treiben und ihren Reichtümern neue hinzufügen. Es wird ausdrücklich erwähnt, dass Ehefrauen bzw. Ehefrauen, die Kinder, Bekannte und Verwandte, die in einem Haus leben, davon profitieren dürfen. Korruption 2.0

Unglaublich aber war. Das Ganze hat in der Türkei seit dem 24. Juni eine ganz neue Qualität erreicht. Die Korruption wird per Dekret, oder Neureglementierung zeitweilig, oder dauerhaft, legalisiert.

Durch diese eine o.g. Regelung wird nur ein ganz kleiner Kreis profitieren, aber dann richtig. Die Aktion kommt nur der eigenen Tasche zugute und schafft keinerlei Mehrwert für den Staat, oder dem Ali-Normalverbraucher.

Die Tatsache, dass die sonst seriöse Börse Istanbul zu einem Instrument für korruptes handeln gemacht wird, wird der Börse dauerhaft schaden zufügen.

Es ist auch ein Zeichen dafür, dass man in Ein-Mann-Regimes nicht mit Vertrauen investieren kann. Eine kleine Änderung der Reglementierung und schon hat man ein ganz anderes Bild. So baut man in der Finanzwelt kein Vertrauen auf Herr Erdogan.

Diese Meldung hat der staatliche Nachrichtenagentur Anadolu (AA) herausgegeben. In der Türkei wurde es bis jetzt  lediglich von zwei Zeitungen, in aller Kürze, online veröffentlicht. Also soll die Möglichkeit des Insiderhandels als Insiderwissen gehandelt und nicht an die große Glocke gehangen werden.

Hier der türkische Text: 

Sermaye Piyasası Kurulu (SPK), 31 Ağustos’a kadar Borsa İstanbul AŞ pay piyasalarında gerçekleştirilecek pay alımlarının Piyasa Bozucu Eylemler Tebliği’nin 4’üncü maddesinin üçüncü fıkrası kapsamında değerlendirilmemesine karar verdi.

SPK’dan yapılan açıklamaya göre, Kurul Karar Organı’nın bugün yapılan toplantısında bugünden itibaren 31 Ağustos’a kadar pay piyasalarında yapılacak alımların piyasa bozucu eylem olarak değerlendirilip değerlendirilmemesi ile ilgili düzenleme yapıldı.

Açıklamada şu ifadelere yer verildi:

“Kurul Karar Organı’nın 13 Temmuz 2018 tarihli toplantısında,VI-104.1 sayılı Piyasa Bozucu Eylemler Tebliği’nin 4/3 maddesi ve söz konusu Tebliğ hükmünün uygulanması hakkındaki 28 Mayıs 2014 tarihli ve 16/514 sayılı Kurul Kararına ilişkin olarak, kurulumuz kararı tarihi olan 13 Temmuz 2018 tarihinden 31 Ağustos 2018 tarihine kadar Borsa İstanbul AŞ pay piyasalarında gerçekleştirilecek pay alımlarının VI-104.1 sayılı Piyasa Bozucu Eylemler Tebliği’nin 4 üncü maddesinin üçüncü fıkrası kapsamında değerlendirilmemesine karar verildi.”

Piyasa Bozucu Eylemler Tebliği’nin 4 üncü maddesinin üçüncü fıkrası, pay piyasası ihraççıları ve yakınlarının sermaye piyasalarında yapacağı işlemleri düzenliyordu.

Buna göre, ihraççılar tarafından düzenlenen finansal tablo ve raporlar ile bağımsız denetim raporlarının hazırlandığı hesap döneminin bitimini izleyen günden söz konusu tablo ve raporların kamuya duyurulmasına kadar geçen süre içerisinde, içsel bilgi veya sürekli bilgilere sahip olan kişilerin veya söz konusu kişilerin eşleri, çocukları ya da aynı evde yaşadıkları kişilerin ilgili sermaye piyasası araçlarında işlem yapmaları piyasa bozucu eylem olarak değerlendiriliyordu.

SPK’nın bugünkü kararıyla, bahse konu kişilerin pay piyasalarında alım yapmaları durumunda bu madde kapsamında değerlendirilmeyecek.

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