‘Die Mannschaft ist der Star’, funktionierte diesmal nicht

Es stimmte schon in der Vorbereitungsphase irgendetwas nicht. Es war nicht wie sonst. Niederlagen, schlechte Spiele, egal was passierte, Panik wollte nicht ausbrechen, weder bei der Mannschaft, den Zuständigen, in den Medien, noch beim Publikum. Da war doch die Meinung, dass ‚Die Mannschaft‘ eine Turniermannschaft sei und wenn es um die Wurst gehen würde, wären sie alle wieder voll da.

Auch fehlte der Mannschaft an einem Korsett, 5-6 Spieler, die sich Stammspieler nennen dürften und die Mannschaft zusammen hielten und motivierten. Das sehe ich als den Hauptgrund an, dass in der Mannschaft, außer Neuer, keine Stammspieler gab, die auch wussten, dass sie Stammspieler sind. So gingen 20 Spieler jeden Abend mit der Frage ins Bett: “Komme ich morgen zum Einsatz?”

Wer dachte, dass nach dem Wunder gegen Schweden jetzt die Mannschaft bis in die Haarspitzen motiviert sein würde, sah sich getäuscht. Da Boateng durch Gelb-Rot fehlte und Rudy ausgefallen war, wusste man, dass diese  Positionen neu zu besetzen waren, aber gleich fünf Spieler, davon welche, die bei dieser WM gar nicht zum Einsatz kamen, standen dann gegen Süd-Korea auf dem Platz.

Ich möchte niemandem die Schuld geben, denn ich selber war auch nicht so motiviert, wie bei den sonstigen Weltmeisterschaften. Wenn ich mir „Die Mannschafft“ vorstellen wollte, konnte ich nicht, weil die Leitfiguren fehlten.  „Die deutsche Fußballnationalmannschaft“ – Die Verpackung versprach viel, aber der Inhalt?

Da das Ganze so langweilig war, kam es uns gelegen, dass wir über Özil und Gündoğan diskutieren konnten.

Verkorkst von Anfang an.

Einen Schuldigen suche ich nicht. Das Gesamtpaket stimmte einfach nicht. Nur in der Wirtschaft ist es so, wenn der Lenker oben nicht mehr die Impulse geben kann, muss er gehen. Man darf die Niederlagen als Selbstverständlichkeit nicht hinnehmen. Wie sagte einer der Spieler: „Das letzte gute Spiel haben wir Anfang 2017 geliefert.“

Als Löw sagte, dass er die Verantwortung dafür trage, klang es wie eine Floskel. Da war so wenig Power dahinter, dass dieser nicht einmal dafür reichte zurückzutreten.

Die Ära Löw ist vorbei, weil die Luft raus ist.

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