Wie viele türkischen Soldaten starben während der Ära Erdogan wirklich

Der Türke liebt seine Soldaten und ist stolz auf sie. Das hat Tradition. Nur, eines hat sich verändert. Wenn diese Soldaten dann im Kampf umkommen, interessieren sie kaum jemanden mehr. 

Fast täglich sterben türkische Soldaten im Kampf gegen den Terror in Ost-Anatolien und seit dem Einmarsch auch in Syrien. Ich habe recherchiert und folgendes zusammengetragen.

Hier die Liste der toten Soldaten, die im Kampf gegen die PKK und dem Terror ihr Leben ließen:

2000   29 Soldaten

2001   20 Soldaten

2002     7 Soldaten

2003 Erdoğan betritt die politische Bühne, 31 Soldaten

2004   75 Soldaten

2005 105 Soldaten

2006 111 Soldaten

2007 146 Soldaten

2008 171 Soldaten

2009   62 Soldaten

2010 106 Soldaten

2011   51 Soldaten

2012 225 Soldaten

2013   61 Soldaten

2014 114 Soldaten

2015 219 Soldaten

2016 723 Soldaten

2017 270 Soldaten

Die Zahlen enthalten keine zivilen Toten.

Am 20 Januar 2018 startete die Operation in Afrin. Bis zum 09. 05. 2018 starben 59 Soldaten. Es gab außerdem 225 Verletzte Soldaten.

Nach dem Referendum am 16.04.2017 bis zum 09. 05. 2018 starben 313 Soldaten. 209 Kinder verloren ihren Vater.

Die Zahl der Kriegsversehrten, in Friedenszeiten von 1994 bis 2018. Bei den Bodentruppen 6.700, Gendarmerie 7.000 und Marine 5.400. (Wie zu Friedenszeiten so viele bei der Marine umkommen konnten?)

19.000 Soldaten und Polizisten, die im Kampf gegen den Terrorismus sich Verletzungen zuzogen und Schwerbehindert sind, kämpfen heute noch um die Anerkennung als Kriegsversehrter. Irgendwie schafft es die AKP Regierung nicht, diese als solche anzuerkennen.

Den Wirklichen möchte ich nicht zu nahetreten aber, die Möchtegernhelden und -Verseherten vom 15. 07. 2016, dem Putschversuch, die einer nach dem anderen entlarvt wurden, wurden dennoch als Kriegsversehrte anerkannt. Die 60% Behinderung, die dafür verlangt wurde, hat der Präsident per Dekret aufgehoben.

Viele der verletzten Soldaten, die keiner Arbeit mehr nachgehen können, leben unter menschenunwürdigen Verhältnissen.

Bis 2016 begingen 1.200 Soldaten Selbstmord. Bei den Polizisten ist die Zahl in den letzten 10 Jahren 516.

Wie ich aus sicherer Quelle weiß, teilt die Armee, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen, den Angehörigen mit, dass die meisten Väter, Söhne, Brüder, aber Soldaten, durch Herzinfarkt, Schlangenbiss, Stromschlag u.a. zu Tode gekommen seien.

In den letzten 5 Jahren gab es bei der Bevölkerung 60.850 Selbstmordversuche, von denen 16.028 den Tod zur Folge hatten.

In den letzten 5 Jahren konsultierten 54 Millionen Türken wegen psychologische Probleme, Ärzte und Krankenhäuser.

Quelle: Parlamentarische Anfrage des CHP Abgeordneten Hakverdi und Eigenrecherche

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