Türkei: Wann kommt die Geldabwertung?

Die Türkische-Republik-Nord-Zypern möchte sich von der türkischen Lira ausklinken und eine eigene Währung haben. Das sagte der Ministerpräsident des Landes Erhürman. Er betonte, dass die Wirtschaft seines Landes unnötig in Mitleidenschaft gezogen werden würde und die verhältnismäßig kleine Wirtschaft dieses nicht aussitzen könne. Der USD hat heute die 4,66 TL Rekordhöhe gesehen. Der Euro steht momentan (22.Mai, 18:30 MEZ, bei 5,47 TL).

Heute kam auch eine Warnung von Standard & Poors. Sollten die vorhandenen Vorzeichen der türkischen Wirtschaft weiter Bestand haben, müsse man die Türkei neu bewerten, hieß es.

Die Türkei steuert auf eine Abwertung der türkischen Lira zu. In diesem Zusammenhang hat die Türkei reichlich Übung. Das erste Mal wurde die TL in 1946 abgewertet. Der USD stieg über Nacht von 1,32 TL auf 2,82. Die zweite Abwertung war dann zum Korea-Krieg in 1958. Nach dem Krieg, an dem die Türkei auch teilnahm, war das Leistungsbilanzdefizit so groß, dass man nicht um eine Abwertung der TL herum konnte. Der USD stieg von 2,80 TL auf 9,00 TL.

1970 dann gab es die dritte Abwertung der TL. Die türkische Währung verlor auf einen Schlag 70% an Wert. Bei der Abwertung 1980 dann, gewann der USD gegenüber der TL, 49% an Wert. 1994 erlebte die Türkei eine kurzfristige aber heftige Wirtschaftskrise, wo die Währung abermals abgewertet werden musste.

“Büyük Çöküş”, der große Niedergang, wird die Wirtschaftskrise 2001 genannt. In dem Jahr war in der Wirtschaft so ziemlich alles aus der Bahn geraten und die Krise war nicht mehr zu managen. Hierbei muss ich bemerken, dass fast alle Analysten sagen, dass es um die Türkei noch viel schlimmer steht als 2001, denn damals war die Verschuldung der Bürger nicht annähernd so groß, wie es heute der Fall ist. Die Devisenschulden des Staates und der privaten Wirtschaft sind derzeit auf Rekordhöhe und können auf Dauer, nur mit den Tourismuseinnahmen, unmöglich bedient werden. Die Türkei leiht sich derzeit, wenn es überhaupt klappt zu 15% Zinsen Geld und gibt so ziemlich alles was der Staat noch besitzt als Sicherheit. Der Niedergang dieses Mal wird besonders die italienischen und französischen Banken treffen, sagen die Banker. Italien steht sowieso kurz vor der Pleite. Was wiederum bedeutet, dass Deutschland als größter Einzahler der EU, wieder gefragt sein wird.

Ich weiß nicht, in welchem Jahr es war, aber nach einer Geldabwertung war 1 DM über Nacht vom 8 TL auf 24 TL gestiegen.

 

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