Türkei : Staatsschulden schlagen Staatsverschuldung

Türkisch ist eine verdammt schwere Sprache zum erlernen und steht dem Deutschen in nichts nach. Hier wie da kommen schon mal die Wörter durcheinander und führen zu falschen Meinungsbildern.

So wird z.B. in der Türkei, wenn man die wirtschaftliche Situation sehr positiv herausstellen möchte, sofort das Verhältnis der Kamu Borcu (Staatsverschuldung) zum Milli Gelir (Bruttosozialprodukt) hervorgehoben. Das Verhältnis beträgt 49,1% (als ich den Beitrag 2015 schon mal brachte, lag sie bei 35%). Vergleicht man es mit Deutschland, wo das Verhältnis Staatsverschuldung/Bruttosozialprodukt 65% beträgt (Tendenz fallend), kann man die Türkei nur loben, aber auch staunen, wie sich die Lage seit 2015 sich verschlechtert hat.

Staatsverschuldung ist der Betrag, den der Staat seinem Volk schuldet.

Schwerer wiegen da die Ülke Borcu (Staatschulden). Das ist auch der Knackpunkt, worauf sich die Rating-Agenturen beziehen. Die Staatsschulden der Türkei betragen 53,25% des Bruttosozialproduktes (Quelle), die es mit frischen Geldern immer zu finanzieren gilt. Der Wertverlust der türkischen Lira hat die Verteuerung der Devisen zufolge und die Schulden sind durchweg alle in harten Devisen zu bezahlen.

Froh ist man in so einer Situation, dass die türkischen Banken (noch) ein solides Fundament haben.

Just in diesem Moment sagen die Erdogan Fans, dass andere Länder noch höhere Staatsschulden hätten. Stimmt, andere Staaten, wie die USA, Japan, Deutschland … haben noch viel höhere Staatsschulden, nur dafür haben sie auch intakte und viel größere Wirtschaften. Das ist wie bei einem gut laufendem Unternehmen. Du kannst ruhig viele Darlehen laufen haben, solange es mit der Gesamtgeschäftslage des Unternehmens harmonisiert, geht es in Ordnung. Das tut es im Falle der Türkei seit Jahren nicht mehr. Da das so ist, kommt man lieber mit der Staatsverschuldung um die Ecke, was in der Gesamtbilanz der Türkei, eigentlich die einzig vorzeigbare Zahl ist. Warum wohl ?

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