Armageddon: Ex-Zentralbankpräsident der Türkei malt Pechschwarz

Der vormalige Präsident der türkischen Zentralbank Durmuş Yılmaz hatte ich als AKP Mann ausgemacht. Ich musste mich revidieren, denn sein AKP-Schnäuzer war nur Modeschmuck unter der Nase. Solange er an der Spitze der Zentralbank war, bewahrte er die Unabhängigkeit der Bank und entschied alles selbständig.

Er ist in den letzten Wochen der Wirtschaftsberater von Frau Aksener, der Präsidentschaftskandidatin der IYI Partei geworden.

Ich denke, dass er einer ist, der genauer über die staatlichen Finanzen weiß als unsereiner. Was er dieser Tage von sich gibt erinnert mich an den Film „Armageddon – Das jüngste Gericht“.

Er malt ein noch schwarzeres Bild der Wirtschaft als vermutet, aber doch nicht für möglich gehalten. Die Devisenschulden können nicht mehr bedient werden. Wo die Devisenkurse Halt machen werden ist ungewiss. Nach jeder Schockmeldung steigen die Devisenkurse um 0.15-0,20 TL. Er denkt, dass man am Ende die Devisenkurse fixieren und über diesen Umtauschkurs handeln wird.

Auch wenn diese Variante sich unmöglich anhört, sollen die technischen Möglichkeiten schon geschaffen worden sein. Wenn Erdogan #tamam sagt, würden die 207 Milliarden USD Devisen (der Betrag enthält alle sonst. Fremdwährungen ebenfalls) in TL umgewandelt werden.

Ein Wirtschaftsberaterfreund soll ihm gesagt haben, angesprochen darauf, ob die Bank-Safes sicher wären: „Momentan noch ja, aber ich würde alle Wertsachen in einen Stahlbehälter tun, oben zuschweißen und irgendwo in die Erde eingraben.“

Eine Vermögenssteuer wird kommen, sagt er und führt weiter aus: „Von ihrem Auto, Wohnung und Geld wird man Vermögensteuer erheben.“ Dem der sagt: „Ich liebe den Reis (Meister, wie Erdogan genannt wird von seinen Anhängern) und würde mit ihm gerne Sardellen essen gehen“ für die hätte er keine Ratschläge.

Das Volk würde aber einen noch größeren Preis bezahlen. Die Gründe nennt er wie folgt:

  • Die Auslandsschulden sind enorm hoch. Um zu den teuren Devisenkursen kaufen zu können wird der Staat und die Privatwirtschaft immer mehr TL benötigen.
  • Die Zinsen werden steigen und es wird immer schwerer werden sich zu verschulden.
  • Alle Mega-Projekte sind mit Staatsgarantien für die Betreiber versehen und alle auf Devisenbasis.
  • Was noch von all dem übrig bleibt, wird zur Begleichung der Renten und Löhnen der Beamten eingesetzt werden. Wenn es nicht ausreicht, werden die Renten und Löhne tiefer gesetzt werden.
  • Was die Flüchtlinge aus Syrien und die 1,5 Afghanen für finanziellen Last mit sich bringen werden, könne er nicht einschätzen. Das wäre eine große Unbekannte.
  • Die Sozialkasse, die jedes Jahr 25 Milliarden TL mindestens Minus schreibt, wird wohl ausgesetzt werden müssen.
  • Die Renten- und Gesundheitskasse schreibt gewaltige rote Zahlen. So wird das nicht mehr weitergehen können. Viele Gesundheitsanbieter, Krankenhäuser und Universitäten werden in Konkurs gehen.
  • Wie wird es dann weitergehen?
  • Wie in Griechenland wird man die Häfen und Flughäfen der Türkei in Beschlag nehmen. Wie im osmanischen Reich wird es eine zentrale Schuldenverwaltungsstelle geben.

Was können wir tun?

Heute ist Freitag, er wird jetzt gleich beten gehen. Lasst uns ebenfalls beten, dass er und sein Berater Jöleli (bedeutet: der mit dem Gel in den Haaren), wieder zu Verstand kommen und die richtigen Dinge tun.

Ein Indianersprichwort sagt: Gehst du in eine religiöse Schule (Imam-Hatip), kannst du nur Präsident werden.

Sinngemäß übersetzt

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