Erdogan droht der Zentralbank, worauf der Chefberater eingreifen muss

Präsident Erdogan wurde in London vom Bloomberg TV zur türkischen Wirtschaft befragt. Er sagte: “Natürlich ist es wichtig, dass die Zentralbank unabhängig sein muss. Dennoch, die Zentralbank wird doch die Aussagen eines Präsidenten nicht missachten und die von ihm gesendeten Signale in eine Ecke tun. Wir haben gesehen, als die Zinsen runter gingen, wurde investiert. Die Inflation ging auch runter”

Auf diese Aussage hin musste der Chefberater des Präsidenten Ertem in Ankara sofort eines richtig stellen (übrigens nennen sich bestimmt an die 20 Personen, um den Präsidenten herum “Chefberater”):

“Der Präsident meinte das mit der Zinssenkung im Hinblick auf die Zukunft und nicht für jetzt. Die Zinsen können nicht auf eine Anweisung hin gesenkt werden.” Geht es noch peinlicher?

Er sagte in dem o.g. Interview auch, dass er in die Geldpolitik des Landes stärker eingreifen würde, wenn er die Wahlen gewinnt. Anschließen explodierten die USD und Euro Kurse.

Ich glaube den Gemütszustand des Präsidenten muss man, nach diesem Vorfall, nicht mehr kommentieren.

Eine verdammt gefährliche Situation, wenn der Präsident solche Aussagen macht, die nachher richtiggestellt werden müssen, wird das ausländischen Kapital der türkischen Wirtschaft nicht trauen können. Würden die Zinsen in dieser heiklen Situation runtergehen, müssten die Rating-Agenturen die Türkei abermals runterstufen. Ein Präsident, der die Zentralbank mitlenkt, braucht auf ausländische Investoren nicht hoffen.

 

 

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