Die türkische Industrie wachte heute Morgen mit einem Stromschlag auf

Es geht hier um das türkischste aller Autos, Knappheit von Medikamenten, Devisenkurse, Verluste von der Turkish Airlines, in der Türkei werden keine Französischlehrer mehr ausgebildet, Strompreise, Immobilien, neue Chancen.

Die Bekanntgabe des CEO’s der Gesellschaft, welche das erste Auto aus rein türkischer Produktion herstellen soll, ist verschoben worden. Die Zuständigen sagen, dass die Rechtsanwälte, die mit der Gründung des Unternehmens befasst sind, noch mehr Zeit gefordert hätten. Die Wahrheit ist, dass in der türkischen Industrie kein Unternehmen, kein namhafter Unternehmer, bei so einem totgeborenem Projekt dabei sein möchte. 

Nezih Barut, der CEO des größten türkischen Pharmaherstellers Abdi Ibrahim, verkündete noch vor wenigen Tagen eine Investition in Milliardenhöhe. Barut sagte, es ist wieder soweit, dass in naher Zukunft viele Medikamente und das sind nicht wenige, die man aus dem Ausland importieren muss, auf dem Markt, wegen der hohen Devisenkurse nicht mehr geben, oder schwer zu bekommen sein wird.

Herr Bilecik, Vorstand des Verbandes der türkischen Industriellen und Geschäftsleute (TÜSIAD) sagte, dass die Wirtschaft einen Schutzschild bräuchte. Er bezog sich dabei auf die starken Kursschwankungen und die Inflation. Beides würden ein Arbeiten, oder Planung in die Zukunft hinein sehr erschweren. Da hat sich der Gute aber noch zu milde ausgedrückt.

Die Ziraat Bank hat die Zinsen zu den Immobilienkaufkrediten auf monatliche 0,98% herabgesetzt. Dabei geht es um Maximum 500.000 TL und 10 Jahre Laufzeit.

Die türkische Industrie wachte heute Morgen mit einem Stromschlag auf. Wie es zu erfahren war, sind die Strompreise, rückwirkend zum 01. April 2018, um 25-30% teurer geworden. Die Industrie verbraucht 1/4 der Gesamtkapazitäten an Energie in der Türkei. Erkl.: Die Strompreise in der Türkei steigen jedes Jahr grundsätzlich um ca. 10% an. Die 30%ige Steigerung betrifft natürlich nicht nur die Industrie, sondern die gesamte Bevölkerung der Türkei.

Die Verluste der Turkish Airlines sollen im 1. Quartal dieses Jahres, zum Vergleichszeitraum des Vorjahres um 78% gesunken sein. Der Verlust im 1. Quartal des letzten Jahres betrug 1,7 Milliarden TL.

In der Türkei werden keine Französischlehrer mehr ausgebildet. Die 16 Universitäten, an denen man Französisch studieren konnte, nehmen keine neue Einschreibungen mehr an. Als Grund wurde genannt, dass in Frankreich keine Möglichkeit existiere, Türkisch zu studieren. Nun gut, das mag ein Grund sein, nur gibt es auch Einschränkungen auch in vielen anderen Fachbereichen. Die Schulen der Türkei haben immer weniger Turn- und Kunstunterricht. Folglich werden u.a. in diesen Bereichen, kaum mehr Lehrer ausgebildet. 

Die MwSt. ist bei Immobilienkäufen von 18 auf 8% gesenkt worden. Die Hoffnung ist, dass man den großen Bestand schneller los wird. Mit den Direktiven von oben setzten einige Banken die Finanzierungszinsen ebenfalls etwas niedriger an. Was erdacht war, damit der hohe Bestand an Immobilien abgesetzt werden kann, führte dazu, dass neue Immobilienprojekte dazu kommen. Es wird fleißig weitergebaut. 

Jede Krise verbirgt neue Chancen! Kein Tag, keine Woche vergeht, dass Branchenvertreter mit diesem Satz die Mitglieder zu neuen Taten und Hoffnungen einpeitschen. Wenn denn alles so leicht wäre. Woher nehmen und nicht stehlen? Die Finanzmittel zu besorgen ist nicht einfacher geworden. Was man an Darlehen bekommt, hilft die alten Löcher zu stopfen.

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