Die Türken waren früher glücklichere Menschen

Heute muss ich feststellen, es waren die schönen Jahre der Türkei. Nun gut, als Jugendlicher hatte ich evtl. nicht so den Überblick, aber die Menschen konnten super miteinander auskommen. Das Foto ist aus Anfang 1970er Jahre am Sirkeci-Bahnhof von Istanbul (da, wo auch der Orient-Express abfährt), gemacht worden.

So, wie die Menschen auf dem Gleis ein tolles Bild abgeben, so war auch die Gesamtstimmung. Mit der Politik befassten sich die wenigsten Menschen, nicht wie heute “jeder”. Wir hassten uns nicht, denn wir bekamen nicht mit, wenn jemand anderer Meinung war, oder einer Religion, oder Volksgruppe zugehörig war, zu der wir nicht angehörten. Auch wenn wir davon erfuhren, so weltbewegend kam es uns nicht vor.

Damals wurde nur das Nötigste importiert, zumeist Industriegüter und Elektronik. So kam es vor, dass man nicht einmal türkisch Mokka machen konnte, weil kein Kaffee da war. Exportiert wurde aber auch kaum was. Selbst Anfang 80er Jahre exportierte die Türkei gerade mal für 80 Millionen USD. Millionen, nicht Milliarden. Wer als Tourist in den Ausland reisen wollte, durfte gerade mal 300 TL mitnehmen, als ob man sagen wollte: “Lass das, reise nicht!” Türkei war, was Agrarprodukte anging, fast Selbstversorger und eigentlich in dieser Hinsicht sorgenfrei. Die ersten barbusigen Touristinnen aus Deutschland kamen in Alanya an und der Tourismus begann.

Kopftücher trug die Frau in der Stadt nur, als Accessoire, wenn es regnete, windig war und kein 3 Wetter Taft zur Hand war. Aber so wie jetzt, fest geschürt, weil man die Haare verbergen muss… Türkei war säkular. Die Hardcore-Islamisten waren wohl noch im Untergrund und in Deutschland, wo sie die finanzielle Stärke holten und dann auf der Bildfläche erschienen.

Lassen wir das. Es waren schöne Zeiten in der Türkei gewesen, die niemals mehr zurückehren werden, auch in Deutschland nicht. Die Karawane zieht weiter, der Sultan hät Durscht.

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