Der Auftragspolitiker

Klar, den Begriff ‘Auftragspolitiker’ gibt es nicht, aber solche Politiker gibt es schon. Besonders in den Schwellenländern, wie die Türkei eine ist, setzt man die ein, um über das Land zu bestimmen und die Richtung vorzugeben. Zumeist sind sie im Auftrag der USA unterwegs, manchmal können aber auch andere Länder ebenfalls die Auftraggeber sein.

Saddam Hussein, Gaddafi, Erdogan, Assad, Menderes  u.v.a.m. sind solche Auftragspolitiker. Die nächsthöhere Stufe ist der Auftragsdiktator. In dieser Stufe aber kommt es oftmals vor, dass die machtrunkenen Diktatoren sich verselbständigen. Nutzen sie dem Auftraggeber dennoch, lässt man die im Spiel. Sie laufen aber Gefahr, durch den Auftraggeber jederzeit gestoppt zu werden. Sie haben einen Katalog von Maßnahmen, wie das zu bewerkstelligen ist.

Dann gibt es die Mitläufer. Wer in der Türkei sich ins Parlament wählen lässt, weiß vom Hause aus, dass er es geschafft hat. Für sich, nicht für das Land, denn er muss seinem Parteivorsitzenden folgen. Es sei denn, er hat das Glück, oder Pech, wie man es nimmt, vom einem Auftraggeber zu einem Auftragspolitiker auserkoren zu werden. Dann geht er seinen Weg, wenn nötig über Leichen. Der Rest aber, schiebt eine ruhige Kugel. Wenn ich heutzutage sehe, wer sich alleine aus Deutschland auf dem Weg gemacht hat, um in der Türkei gewählt zu werden, kann man nur den Kopf schütteln.

Wenn man diese Kandidaten reden hört, werdet ihr merken, oder nicht, dass sie nur über ihre Chancen gewählt zu werden sprechen. Sie haben nicht einmal zu Schauzwecke einen Plan, was sie für das Land, für die Region, für die Stadt, oder gar einen Dorf tun würden. Wer zwei Jahre im Parlament die Zeit abgesessen hat, darf auf Lebenszeit Rente kassieren und nicht zu knapp. Auch dürfen er und alle Familienangehörigen einen roten Diplomatenpass haben.

Stimmt, dann noch die sonstigen Vergünstigungen, die man allein durch den Status ein gewähltes Mitglied des Parlaments zu sein hat: Er kann dich in richtige Schwierigkeiten, bis ins Gefängnis bringen. Als Abgeordneter, oder Vorsitzender von irgendwas, falsch parken, ohne Genehmigung oder widerrechtlich bauen, sich an allen Menschenschlangen vorbei, ganz nach vorne stellen u.v.a.m. Ich liebe ja den Fall, wenn ein Abgeordneter vor mir am Flughafen war, mit mir in die selbe Maschine steigt, aber das als letzter mit einer halbstündigen Verspätung tut, als ob er zeigen wollte: “Schaut, ich bin es, der über euch steht!” In der Türkei machen das aber Moderatorinnen, die Heiratssendungen im Fernseh moderieren auch.

 

 

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