Dem türk. Wähler kann man leicht ein X für ein U vormachen

Den Nachfahren der Germanen kann niemand so leicht ein X für ein U vormachen. Es liegt wohl daran, dass sie schon seit jeher Kontakt zu den Römern hatten. Diese Redewendung geht nämlich auf die Römer, oder genauer gesagt, auf die Buchstaben zurück, die diese anstelle von Zahlen verwendeten. Wenn ein Bürger jemandem zum Beispiel einen Betrag von 5 Goldmünzen schuldete, wurde ein V eingetragen, wobei anzumerken ist, dass aus dem römisch antiken V auch der heutige Buchstabe U, die abgerundete Schreibweise des V, hervorgegangen ist.  Gerissene Geldgeber gingen nun hin, und verlängerten die Schenkel des V nach unten und erhielten ein X…   somit wurde aus einem V (bzw. U) ein X und die Schulden hatten sich verdoppelt.

Die Türken hatten zur osmanischen Zeit stets Grenzkontakt zum Oströmischen Reich sprich Byzanz, doch leider nutzten diese die griechische Sprache und Schrift, und folglich bildete sich wohl keine Wachsamkeit gegenüber solchen Zahlenspielchen.

In der Türkei können Politiker daher vor Wahlen gerne bei ihren Auftritten mit Zahlen rumspielen, und vor einer Menschenmenge betonen, dass man früher für den Besuch einer öffentlichen Toilette 1.000.000 Türkische Lira entrichten musste, heute aber nur 1 TL. Dass dieser Verlust der Nullen nicht auf einen exorbitanten Wertanstieg der eigenen Währung sondern allein auf einen Regierungsbeschluss für den 1. Januar 2005 zurückzuführen ist, wird gerne verschwiegen. Dadurch fällt es auch nicht auf, dass die Währung seit dem Wegfall der nullen erdrutschartig abgestürzt, und der Sturz ist wohl noch lange nicht am Ende angelangt ist.

In der Türkei sind nun 13 Jahre vergangen, doch immer noch rechnet das gemeine Volk gerne mit Millionenbeträgen.

Aber zurück zur Politik… wenn die Regierung derzeit über ihr Budget spricht und zeigen möchte, dass sie sehr viel Geld für Infrastruktur, Bildung und Kultur investiert, besinnen sich die, die sich noch vor einigen Minuten wegen der vermeintlich günstigen Toilettenbesuche bejubeln ließen, der verbannten Nullen. Aus einem Budget von 645 Milliarden Türkische Lira im Jahre 2017, was als Zahl in dieser Form bereits für den “Alinormaltürken” in dieser Form schon kaum zu erfassen ist, prompt 645 “Quadrillionen” Türkische Lira. Vor einem Staat, der für sein Volk eine derartige Summe vorsieht, muss man als Bürger doch im Staub huldvoll niederfallen wie damals die Ägypter vor der Allmacht des Pharao und seinen imposanten, in ihrer Größe nicht erfassbaren Pyramiden.

Kein Wunder, dass viele Türken bzw. Türkischstämmige im Ausland glauben, Europa würde die Türkei ständig beneiden. Haben Ihr Frau Merkel jemals von Quadrillionen sprechen hören?

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