Bildungswüste Türkei

In der Bildungswüste Türkei gehen langsam aber sicher, die Lichter aus. Dieses Mal war es die Marmara Universität, die mit der Hiobsbotschaft aufwartete. Im neuen Schuljahr wird es in der Fakultät der schönen Künste, keinen Musikunterricht mehr geben.

Während die Universitätsleitung diese Entscheidung auf die fehlenden Räumlichkeiten zurückführte, sagte der CHP Bürgermeister des Stadtteils Kadıköy, Aykurt Nuhoğlu,  wo die Universität steht, dass er diesen Grund nicht akzeptieren könne, letztendlich hätte die Stadtverwaltung auch in diesem Jahr die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt und würde dieses immer weiter tun, nur damit es weitergeht mit dem Musikunterricht.

Als ich hörte, dass außerdem die Bereiche Keramik und Glas, wegen fehlender Fachlehrer ausfallen sollten, bot ich an, entsprechende Personen aus dem In- und Ausland zu vermitteln. Leider blieben meine Kontaktversuche unbeantwortet.

Mustafa Kemal Pascha sagte 1923: “Eine Nation ohne Kunst ist von einer Lebensader abgeschnitten.”

Auch die Kunststunden in den Schulen werden immer weniger bis unwichtig. „Man könnte doch die Stunden für den Kunstunterricht für etwas Nützliches einsetzen“. Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz von den Eltern gehört habe.

Die Stunden für den Kunstunterricht, sind zumeist ein Zubrot für stellv. Direktoren, oder andere Fachlehrer, die diese Stunden, so gut es geht, belegen. Dass dabei die Kunst zu kurz kommt, versteht sich von selbst. Im Zeugnis steht bei den meisten Schülern als Note ein „Sehr gut“. Wie sollte auch ein Physiklehrer einem Schüler eine schlechte Note geben, wo doch er selber keine Ahnung vom Kunst hat.

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