W wie Wahlen

Jetzt ist es raus. Der ehemalige Oppositionsführer und der jetzige Weggefährte von Herrn Erdoğan, Devlet Bahçeli, brachte heute vorgezogene Neuwahlen ins Spiel.

Der August könnte dafür ein guter Monat sein, verkündete er. Denke ich auch, aus der Sicht von Herrn Erdoğan.

Derzeit gibt es bei den von der AKP beauftragten Meinungsforschungsinstituten, fliegende Wechsel. Sie sind alle unfähig (Ironie) aus der Bevölkerung mehr als 44% Zustimmung für Herrn Erdoğan herauszuholen.

Der Einmarsch in Syrien brachte ein Zwischenhoch, mittlerweile ist dieser verpufft. Bis zu den eigentlichen Wahlen in 2019 müsste man theoretisch noch überall in der Nachbarschaft einmarschieren, dass der Eindruck entsteht, das osmanische Reich würde wieder auferstehen.

Dann ist da noch die Wirtschaft. Wie lange kann man noch vertuschen, wie schlecht es um die Wirtschaft steht. Um die Wirtschaft mit Finanzspritzen zu unterstützen, erhöht man die Verbrauchssteuern. So kommt zwar den Unternehmen Geld zugute, nur, auf der anderen Seite leidet die Bevölkerung. Egal, was man macht, so recht glücklich kann man alle nicht machen. Der Wertverfall der Lira hat schon zu immensen Verteuerungen geführt und das an allen Fronten. Die Bevölkerung leidet und schweigt. Eigentlich kann sie die Stimme nur bei den Wahlen erheben, nur, dafür hat man auch vorgesorgt. Das ‚Wahlennichtverliergesetz‘ ist erlassen worden. Die vom Wahlkommission nicht gestempelten, also die ungültigen Stimmen, dürfen mitgezählt werden, wenn sie denn einen Kreuz an der richtigen Stelle haben, nämlich bei der AKP. Die Wahlen im August, würden für die AKP noch andere Vorteile mit sich bringen. Zum einen sind die meisten Wähler in Urlaub und mit dem Gefühl, dass sowieso eine Wahlfälschung zugunsten von Herrn Erdogan geben wird, würden sie am Urlaubsort bleiben und nicht wählen gehen und zum anderen wird so die neue IYI Partei von Frau Akşener, wegen fehlender Formalien, ausgeschlossen werden können.

Dann muss da noch die Konfrontation mit Deutschland vorgezogen werden, denn wie soll Herr Erdogan sonst Stärke gegenüber seinen Anhängern demonstrieren können, wenn er Deutschland nicht verbal angreift?

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