Türkei: Was ist ein Soldatenleben wert?

Die Dachverbände verschiedener Branchen haben sich zu den vorgezogenen Neuwahlen geäußert. Wenn man die Meinungen einzelner Wirtschaftsbosse von gestern sich anschaut, so fallen diese sehr unterschiedlich aus, nur bei den Dachverbänden ist man froh, dass ein Termin steht und die Ungewissheit verschwindet.

Der Grundtenor: “Die Wirtschaft mag die Ungewissheit nicht”.

Eigentlich wollte man die hohe Inflation in den Griff bekommen. Die Kampfansagen kamen fast täglich. Auch die dringend nötigen Reformen, auf die die Wirtschaft wartete, werden erst einmal auf Eis liegen. Mal schauen, ob in dieser kritischen Phase der Wirtschaft, ein Wahlkampf diesem bekommt.

Leider konzentriert man sich in der Türkei immer nur auf das eine. Syrien war gestern, als ob das Problem an dieser Ecke der Welt, wo türkische Soldaten ihr Leben riskieren und lassen und dem Guerilla-Krieg ausgesetzt sind, auf einmal nicht existent wäre, wird jetzt Wahlkampf gemacht. Wenn der Übergang zu neuen Themen so nahtlos sein kann, muss man festhalten: “Die Toten von Syrien waren unnötig.” Man hätte eine andere Art der Ablenkung nehmen können.

Seit dem Referendum letztes Jahr, vergeht kein Tag, ohne tote Soldaten in Ost-Anatolien. Darüber wird kaum mehr berichtet, doch sterben dort Menschen.

Traurig ist die Tatsache, dass es nicht nur die Regierung, nein, auch die Menschen nicht mehr interessiert. Mir scheint, dass die Soldaten die billigsten Leben besitzen, anders kann man diese Gleichgültigkeit nicht erklären.

 

 

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