Türkei: Die Exporte auf Rekordniveau und zum Glück importiert man nichts

Die Überschriften ähneln sich dieser Tage. Die Erdogan-Media in der Türkei gibt die Schlagzeile vor und die Auslandspresse hängt sich dran. „Die Exporte der Türkei auf Rekordniveau.“

Dazu nimmt man die 12Monatszahlen zum Ende Februar 2018. Somit betrugen die Exporte 159,3 Milliarden USD.

Leider gibt es kein Grund zur Freude. Natürlich ist es erfreulich, dass die Exporte nicht zurückgegangen sind, aber die Realität sieht so aus:

2014 157,6 Mrd. USD Exporte

2017 157,0 Mrd. USD Exporte

Ein ‚Aufderstelletreten‘ seit Jahren. Wenn die Exporte die Einnahmen eines Landes ausmachen, was ist denn mit den Ausgaben in Devisen?

Um den Finger auf die Wunde zu drücken, würde ich eher die Überschrift nehmen: „Die Importe der Türkei auf Rekordniveau“. Januar und Februar 2018 Importe sind tatsächlich, für die genannten Monate auf ein Allzeit hoch und Tendenz steigend. Wenn nichts außergewöhnliches passiert, wird die Türkei in diesem Jahr so viel importiert haben, wie nie zuvor.

Das Rekordjahr war bis jetzt 2013 mit 251,7 Milliarden. Zum Ende Februar betrugen die 12 Monats Importe 242,8 Mrd. USD, also fehlen 9 Mrd. USD.

Die Exporte fangen seit 2002 nur 65% der Importe auf. Um zu veranschaulichen: Exportiert die Türkei für 65 USD, importiert sie für 100 USD. Exportiert die Türkei 2 Einheiten, importiert sie 3 Einheiten.

Für 2023 war ein Ziel von 500 Mrd. USD ausgegeben worden. 250 Mrd. USD wären schon toll, aber nehmen wir an, die 500 Mrd. USD wären erreicht. Was bringt das, wenn die Importe dann 750 Mrd. USD betragen?

Der Anteil von Hightech bei den türkischen Exporten beträgt 3,4%, bei den Importen beträgt die Quote 14%.

Wenn hundert LKW’s Textilien, die man über den günstigen Preis verkauft und kaum was daran verdient, genauso viel kosten, wie eine Palette Hightech, die man importiert, kann man nirgendwo ankommen.

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