“Lieber verkaufe ich, als das ich im Gefängnis sterbe.”

„Hätte Aydın Doğan sein Medienimperium nicht verkauft, würde er jetzt einsitzen“ behauptet die bekannte, mutige Journalistin Ayşenur Arslan und mit ihrer Meinung steht sie nicht alleine da.

Für Erdogan galt es die Medien vor den Wahlen in Linie zu bringen. 90% der Medien schreiben und berichten jetzt somit Pro-Erdogan. Die restlichen 10% wird es alsbald auch nicht mehr geben. Türkei wird das Land der arbeitslosen, oder inhaftierten Journalisten.

Der Kaufpreis von nur 890 Mio. USD zeigt, wie groß der Druck auf Doğan gewesen sein muss. Zu dem Preis hätte er nur die beiden Zeitungen Hürriyet und Posta verkaufen können, sagen Medienexperten.

CNN Turk, Kanal D, D Smart, TV2, Dream TV, Yaysat Pressevertrieb (80% Marktanteil in der Türkei). Interessant ist, dass die meisten der als ‘frei’ bezeichneten Zeitungen, ebenfalls im Vertrieb der Yaysat waren. Sie musste neue Vertriebskanäle auftun.

Ein Freund von Dogan zitierte ihn: „Wenn ich den Preis nicht akzeptieren würde, müsste ich im Gefängnis sterben, da entscheide ich mich lieber für das Leben.“

Man geht auch davon aus, dass Demirören als Strohmann agierte und der eigentliche Käufer noch nicht bekannt ist. Das war in den vorangegangenen Fällen genauso.

Normalerweise war die Dogan-Gruppe so weit nicht weg von der Erdogan-Presse, nur hatten sie Journalisten in ihren Reihen, die sich an die früheren, einigermaßen freien Zeiten sich erinnerten und wie Journalisten agierten. So musste man sich wundern wenn z.B. Ahmet Hakan und Ertugrul Özkök sich vergaßen und gegen die Regierung schrieben. Na ja, nicht ganz, etwas.

Welche Ängste der Dogan durchlebt haben muss, geht aus der Tatsache hervor, dass der Journalist Ahmet Hakan, als sein Backgammon Partner, mit dem er in der Woche dreimal spielte, vom Verkauf aus anderen Medien erfahren haben muss.

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