Copy & Paste Wirtschaftsnachrichten

Fast jeden Morgen gehe ich schnell mal die Wirtschaftsseiten der internationalen und der türkischen Presse durch. Was soll ich sagen, die internationalen Nachrichten sind abwechslungsreicher. Viele Marken, viele Geschehnisse und viel Bewegung allerorts.

Was die türkischen Wirtschaftsnachrichten angeht, möchte ich mal ein Beispiel von den deutschen Discountern bringen.

Bekanntlich geben ALDI, Lidl & Co. jede Woche über riesige Flyer, oder ganzseitige Zeitungsanzeigen, die Angebote der Woche bekannt. Diese müsst ihr sammeln. Dann wisst ihr nämlich, welche Art von Artikel jedes Jahr, in einer bestimmten Woche, von dem jeweiligen Discounter angeboten werden. Diese Artikel müsst ihr denen dann 3-4 Monate vorher, bevor sie dann dem Konsumenten angeboten werden, anbieten. So kommt ihr dann mit denen ins Geschäft, wenn der Preis und das Produkt passen. Alles wiederholt sich also exakt zu einer bestimmten Woche Jahr für Jahr. Es ist nämlich getestet, dass diese Produkte gerade dann gut laufen.

Jetzt komme ich wieder zu den Wirtschaftsseiten der türkischen Medien. Hier funktioniert es wie bei den deutschen Discountern, nur viel einfacher. Liest man die Wirtschaftsnachrichten einer Woche, kennt man auch die kommenden Wochen.

Bei immer steigenden Importen und Wertverlust der TL, werden zu hoher Importanteile, alle Waren teurer. Inflation senken?

Alles wiederholt sich wöchentlich. „Die Inflation werden wir systematisch senken“, „Die Inflation werden wir Phasenweise bekämpfen“, „Die Inflation zu bekämpfen haben wir vernachlässigt und werden es jetzt gezielt angehen“…

Nichts passiert in diese Richtung. Die türk. Währung liegt am Boden und die Preise steigen weiter.

„Die meisten Teile werden wir in der Türkei produzieren und so die Importe senken“, „Die Importzölle sollen vielen den Einsatz von Importteilen erschweren“, „Wer die Importteile in der Türkei produziert, soll besonders gefördert werden“ usw.

Ganz im Gegenteil. Mann schafft z.B. Agrarflächen ab und fördert die Importe. Fast jede Handlung der Regierung, löst neuen Importbedarf aus.

„Solche Investitionsanreize gibt es sonst nirgendwo“, „Wie werden neue Pläne erarbeiten und mehr ausländisches Kapital anlocken“…

Fehlanzeige! In Ein-Mann-Regimes investiert man nicht. Da kann man sich noch Kopfstellen. Geht nicht!

Das ist auch der Grund, weshalb ich erst einmal zwischen den Zeilen das Außergewöhnliche lesen muss, damit ich es euch berichten kann.

Wir können abermals feststellen, dass das Land, die Türkei, nicht regiert wird. Nach den Wahlen ist vor den Wahlen. Es geht um den Machterhalt des Herrn Erdogan. Der Boden ist glitschig und er darf keinen Fehler machen. Er muss immer größere Krisen erzeugen, damit die alten vergessen und klein wirken. Eigentlich hat er noch einen Minister im Kabinett, aber er bleibt inkognito. Der Ablenkungsminister.

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