Braucht man Gottesantrieb, um als ein besserer Mensch zu gelten?

“Ich habe früher immer geglaubt, dass Güte etwas ist, dass man aus Gottesliebe oder um das wohlgefallen Gottes zu erlangen, tun sollte. Dabei gibt es so viel schreckliche Ungerechtigkeit & Leid, über dass ich wenig oder überhaupt gar keine Kontrolle habe. Aber ich kann mein eigenes Verhalten kontrollieren.”

So fängt der Beitrag meines Freundes Kian Kermanshahi an, der von einem Hardcore-Muslim in ein Ex-Muslim mutierte; im weiteren Verlauf steigert er sich noch.

“Ich kann meinen nächsten Mitmenschen die Hand ausstrecken. Ich kann Liebe zeigen. Mein bestes tun, um ein höflicherer Mensch zu sein. Ich kann ein Stück Müll aufheben und es in den Papierkorb werfen. Andere Menschen anlächeln und Positivismus und Freundlichkeit verbreiten.
Aber brauche ich dazu erst einen “Gottesantrieb”, um als solch ein “besserer Mensch” zu gelten?
Ist es nicht eher falsch und sehr unehrlich, wenn man einen anderen nur aus dem Motiv “Belohnung” hilft oder weil man bei seinem Gott “glänzen” möchte oder ist es nicht viel aufrichtiger, wenn man aus tiefster menschlicher Neigung heraus, all diese guten Dinge tut? Als Muslim habe ich immer alles zuerst wegen Gott gemacht, ihm wollte ich zeigen, was ich für ein “braver Muslim” bin, wie Devot ich ihm gegenüber sein kann aber heute ist mir egal, ob es 2 Engel auf meinen Schultern gibt, die all meine Taten niederschreiben, damit sie mein Lebensbuch am jüngsten Tag an Gott überbringen können, der mich dann nicht dafür bestrafen wird, das ich zu viel geholfen und gute Taten gemacht habe, nein, der mich aber abstrafen wird, weil ich diese guten Taten nicht für IHN verrichtet habe. Ich weiß, dass ich Leben und eines Tages sterben werde, und alles, was ich an meinem Lebensabend dann sagen möchte ist, das ich versucht habe, so gut wie ich eben konnte, ein guter Mensch zu sein.
Wenn das eines “allbarmherzigen Gottes” nicht genug ist, dann möge er sich als der “allkleinliche Gott” zu erkennen geben.”

Ich möchte dazu auch was sagen, in dem ich Kian zitiere: “Ich weiß, dass ich Leben und eines Tages sterben werde, und alles, was ich an meinem Lebensabend dann sagen möchte ist, das ich versucht habe, so gut wie ich eben konnte, ein guter Mensch zu sein.”

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