Beşiktaş-Istanbul (BJK), der Hauptmann von Köpenick und Gülen

Heute war ich in Köpenick und was sehe ich da? Der Hauptmann von Köpenick war auch ein Adler (Kartal). So werden die Spieler und Fans von Beşiktaş genannt.

Zwar sieht er in diesem Fall wie ein müder Adler aus, aber der Hauptmann war ja auch selber ein Falscher. Wie die Gedanken über die Adler, vom Hauptmann von Köpenick zu Fetullah Gülen gelangten, erkläre ich euch.

Hier erst einmal eine Kurzinformation zu Beşiktaş:

Beşiktaş Istanbul, wie die Mannschaft in Deutschland genannt wird, Beşiktaş Jimnastik Kulübü (frei übersetzt: Gymnastikclub Beşiktaş) wurde am 4. März 1903 während der Zeit des Osmanischen Reiches von 24 jungen Männern gegründet und ist damit vermutlich der älteste Sportverein der Türkei. Şamil Osman Bey war der erste Präsident des Vereins. Vorrangig wurden Sportarten wie Ringen, Boxen, Gewichtheben und Turnen ausgeübt. Zu jener Zeit war es verboten, Sportvereine ins Leben zu rufen, da der damalige Sultan Abdülhamid II. befürchtete, dass sich dadurch Aufständische vereinigen könnten. Trotz des Verbots wuchs der Verein innerhalb kürzester Zeit weiter. Nach Aufhebung des Vereinsverbots wurde der Verein am 13. Januar 1910 unter dem Namen „Beşiktaş Osmanli Jimnastik Kulübü“ (frei übersetzt: Osmanischer Gymnastikclub Beşiktaş) offiziell neu gegründet. Durch den Zusammenschluss mit zwei weiteren Fußballvereinen (Valideçeşme und Basiret) aus der näheren Nachbarschaft im Jahre 1911, baute der Verein seine Größe aus. Fußball wurde bald zur Hauptsportart des Clubs.

Das Leben vom falschen Hauptmann und die Assoziation mit Gülen:

Der Hauptmann von Köpenick

Friedrich Wilhelm Voigt (* 13. Februar 1849 in Tilsit; † 3. Januar 1922 in Luxemburg) war ein aus Ostpreußen stammender Schuhmacher. Bekannt wurde er als der Hauptmann von Köpenick durch seine spektakuläre Besetzung des Rathauses der Stadt Cöpenick bei Berlin, in das er am 16. Oktober 1906 als Hauptmann verkleidet mit einem Trupp gutgläubiger Soldaten eindrang, den Bürgermeister verhaftete und die Stadtkasse raubte. (Erinnert an die gutgläubigen Soldaten beim Putschversuch in der Türkei, die auch nicht wussten, was mit ihnen geschah und dann am Ende sogar brutal getötet wurden.)

Friedricht-Wilhelm Voigt, Ein Mann mit diesem Aussehen konnte alle an der Nase führen, nur weil er ein Militäruniform an hatte.

Ihr könnt aus hierüber die hochinteressante Lebensgeschichte von Voigt zu Ende lesen. Als ich sein Foto aus der Strafvollzugsakte sah (siehe Foto links) wurde ich an Gülen erinnert und später in der  Lebensgeschichte von Voigt, bekam ich dann die Bestätigung, dass ich so falsch nicht lag.

In Deutschland muss Voigt wegen seiner Tat lange einsitzen. Als populärer Gauner kommt er in Deutschland nicht zur Ruhe (auch in der Türkei genießen Gauner größte Popularität. Sie haben regelrecht ganze Fan-Gemeinden).

Zu guter Letzt wandert Voigt nach Luxemburg aus. Noch einmal kommt Voigt mit preußischem Militär in Berührung, das ihn im Spätherbst 1914, als Luxemburg während des Ersten Weltkriegs von deutschen Truppen besetzt war, kurzzeitig in Gewahrsam nahm und verhörte. Der mit dem Vorgang befasste Leutnant notierte in sein Tagebuch: „Mir bleibt rätselhaft, wie dieser armselige Mensch einmal ganz Preußen erschüttern konnte.“

Dieser Mann konnte und kann noch, nur mit dem Koran bewaffnet, viel bewegen in der Türkei.

Ich wundere mich immer wieder aufs Neue und zitiere hiermit den preußischen Leutnant und ersetze ‘Preußen’ durch die ‘Türkei’: „Mir bleibt rätselhaft, wie dieser armselige Mensch einmal ganz Türkei erschüttern konnte.“

Ergänzend muss ich leider erwähnen, dass er immer noch präsent ist in der Türkei und weiter mitmischt bzw. ein Thema ist.

In der Türkei, wie weltweit, gibt es natürlich noch andere Beispiele, wo Gauner am Werk sind.

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