ImmobilienscoutOrient: 2 Bosporus-Brücken zu verkaufen, eines kaum benutzt

Es ist weltweit üblich, dass der Staat sich aus vielen Industrie- und sonstigen Beteiligungen herauszieht bzw. diese privatisiert. Wenn es sich nicht gerade um strategisch wichtige Beteiligungen handelt, ist dieses auch der richtige Weg.

Allein dieses Jahr sollen in der Türkei 320 Ausschreibungen zur Privatisierung stattfinden.  Auf der Liste stehen zwei Bosporusbrücken, 10 Autobahnen, 146 Betriebe, 7 Häfen, Glücksspiellizenzen u.v.a.m. Danach wird der Staat nur noch die Turkish Airlines und einige staatl. Banken und Krankenhäuser besitzen. Über kurz oder lang werden und müssen diese auch in Geld umgewandelt werden.

Unbestätigten Berichten zufolge soll auch der dritte Flughafen von Istanbul ebenfalls verkauft werden.

Was richtig ist, dass der Staat sich aus der privaten Wirtschaft raushält, funktioniert in der Türkei zumeist so, dass die privatisierten Betriebe danach nicht mehr lange überleben, oder direkt nach dem Kauf durch den Käufer geschlossen werden. Auf die Art und Weise dezimiert man die Konkurrenten. Eine nächste Variante ist, dass das Unternehmen zu solch einem niedrigen Preis privatisiert wird, das der Kaufpreis sich dann am Ende in der Kasse des Unternehmens mehrfach wiederfindet. Die Papierfabrik SEKA war solch ein Paradebeispiel und das Gesellenstück des Herrn Erdogan. Damals wurde das Unternehmen für knapp 1,5 Millionen USD privatisiert. Das Unternehmen hatte zu der Zeit 50 Mio. USD Barmittel auf dem Konto. Ach so, ich vergaß den Käufer zu nennen. Das ist der Vater des späteren Schwiegersohnes gewesen. Der Schwiegersohn? Das ist der jetzige Minister für Energie und natürliche Ressourcen, die Sparte, wo die Türkei noch was bewegen und in Geld umwandeln kann.

Der 24. Juni, also die nächsten Wahlen, sind für die Familie Erdogan von immenser Wichtigkeit. Warum das so ist? Da kommt ein jeder schon selber drauf.

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