“ICH BIN DEMOKRATISCH GEWÄHLT WORDEN!”

Das ist ein genormter Satz aller Diktatoren, die danach die Demokratie abgeschafft haben.

Das trifft auf Herrn Erdogan allerdings nicht zu, denn für ihn musste man schon zu Beginn tricksen. Die Wahlen in Siirt (Ost-Anatolien) wurden für ungültig erklärt, weil u.a. eine Wahlurne zu Bruch ging. Die Kandidaten wurden ausgetauscht (Herr Erdogan rutsche dafür als Kandidat rein). DEHAP, der Sieger der annullierten Wahlen in Siirt und einige andere Parteien durften bei den Wiederholungswahlen nicht mehr teilnehmen. Es musste schließlich demokratisch zugehen. So bekam die AKP 84,8% der Stimmen. Erstaunlich an der Zahl ist nicht nur die Höhe, sondern auch die Tatsache, dass die AKP vorher nur 17,56% der Stimmen bekam. Ich versichere Euch aber dennoch, dass alles legal ablief.

Bei den Ein-Mann-Regimes kommt es auch fast nie vor, dass diese jemals wieder eine Wahl verlieren. So wurde als Vorbereitung zu den kommenden Wahlen in November 2019, in der Türkei, wo es dann um die Wurst gehen wird für den Präsidenten, neue Wahlgesetzte erlassen.

Interessant ist, dass da eine Klausel darin vorkommt, die besagt, dass auch die nicht ordnungsgemäß abgestempelten Wahlzettel mit zu zählen sind. Das sind so die sichersten Hinweise darauf, dass es hierbei sich um demokratischsten Wahlen handeln wird, die die Welt je gesehen hat.

Was noch alles geändert wurde zu Gunsten der AKP/Präsidenten, könnt Ihr aus diesem Link hier entnehmen.

Foto: kas.de

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