Faul oder nur bequem?

Der Türke ist ein bequemer Mensch. Er isst zwar sehr gerne, jedoch möchte er sich auch in diesem Fall nicht bewegen und bestellt es nach Hause, oder zum Arbeitsplatz.

Fast-Food nach Hause zu bestellen ist, wie ich von McDonalds-Verantwortlichen weiß, in der Türkei erfunden worden. Heute kann in der Türkei fast kein Gastrobetrieb ohne Zubringerdienst bestehen (einmal zählte ich vor einem McDonalds 26 Zubringermopeds).

Die türkische Bequemlichkeit brachte es mit sich, dass auf diesem Gebiet eines der erfolgreichsten Internetprojekte entstand und dauerhaft oben blieb. Yemeksepeti.com wurde von drei Freunden um Nevzat Aydin gegründet. Es dauerte allerdings fast fünf Jahre, bis sie sagen konnten: „Wir haben es geschafft!“

Der Feinschmecker bestellt so etwas natürlich nicht nach Hause.

Heute liefert Yemeksepeti.com über 3,5 Millionen Bestellungen im Monat frei Haus. Die Erfolgsgeschichte fand ihre Krönung als das Unternehmen 2015 für 595 Millionen USD vom Berliner Unternehmen Delivery Hero aufgekauft wurde.

Der Zukauf machte Delivery Hero zum weltweit Größten der Branche. Heute liefert die Gruppe über 12 Mio. Bestellungen im Monat aus. Bei diesen Zahlen sieht man, wie groß der Stellenwert der „Frei Haus Lieferungen von Essen“ in der Türkei ist, denn die Bestellungen erfolgen in den Großstädten, was bedeutet, dass ca. 40% der Bevölkerung davon Gebrauch machen.

Dieser Tage ist yemeksepeti.com in neue Räume umgezogen. Wie toll alles geworden ist, könnt ihr auf diesem Video sehen.

Kritisch bemerkt! Bei all dieser Moderne und tollen Leistungen muss man bedenken, dass fast 95% der Mitarbeiter von Yemeksepeti zu Mindestlöhnen am Telefon, oder vor dem Monitor arbeiten. Folglich arbeiten die Mitarbeiter in angenehmer Atmosphäre, aber unter der Armutsgrenze.

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