Türkei: Eine Erfolgsmeldung jagt die andere

Ich bin ein Geschichtenerzähler und schreibe gerne über die Wirtschaft, aber auch sonst über meine Erfahrungen, die ich in der Türkei so gemacht habe. Immer hart an der Wahrheit.
Die Wahrheit ist, dass die Türkei dieser Tage in Syrien einmarschiert ist und Afrin beschießt. Ein Krieg ist es nicht, denn die Gegenseite schießt nicht zurück, zumindest bis zum heutigen Tag nicht (23.01.)

Klar, dass da nur Erfolgsmeldungen kommen. “Stell dir vor es ist Krieg und der Gegner schießt nicht zurück”.

Heute wollte ich mal mit der Überschrift kommen: „Bloomberg: Die Türkei ist zweit attraktivster Land zum Investieren.“ Nr. 1 ist Mexico.
Es würde ein kurzer Beitrag sein, dennoch, was am Anfang positiv anfängt endet nicht so gut. Im Kommentar vom Bloomberg heißt es: „Wenn die politischen Risiken weniger werden, werden Sie im Anbetracht der hohen Zinsen in diese Märkte investieren wollen.“
Wenn meine Tante ein Mann wäre, wäre sie mein Onkel. Ich kann mir beim besten willen nicht vorstellen, dass die politischen Risiken der Türkei in naher Zukunft weniger werden. Warum ich den Beitrag nicht bringen mag ist eine ganz einfache. Ich müsste positiv anfangen, denn es ist etwas Positives, wenn man feststellt, dass Bloomberg sagt, dass die Türkei attraktiv ist für Investitionen. Die Bedenken würden dann ab dem zweiten Absatz kommen. Da ich weiß, dass die AKPisten zumeist die Überschrift lesen und wenn sie gut drauf sind noch den ersten Absatz, hätte ich denen gedient.
Fange ich aber mit dem Negativen an, dann heißt es: „Der schreibt schon wieder Negativ über die Türkei.“ Dabei kritisiere ich doch nur. Ich erwähne gerne auch die Kehrseite der Medaille, was die meisten Fans von ihm nicht hören wollen. Sie möchten lieber in einer Scheinwelt leben als die Wahrheit hören.
Wer bis hierhin gelesen hat, der kann auch erfahren, dass die türkischen CEO’s, wie auch ihre Kollegen weltweit, optimistisch in das Jahr 2018 blicken. Die türkischen CEO’s sehen laut einer Umfrage der PWC ein Risiko in den ständig schwankenden und am Ende doch steigenden Devisenkursen gegenüber der türkischen Lira.
Laut der Studie sind die WELT-CEO’s besorgt… 40% über geopolitische Zustände, 40% über Cyber-Attacken, 41% über Terrorismus, 38% über die Schwierigkeiten Fachpersonal zu bekommen.
Bei den türkischen CEO’s ist eine krasse Abweichung der Prozente und eines Themas festzustellen. 64% machen sich Sorgen über die geopolitischen Zustände. Klar, sie sitzen mittendrin in der Krisenregion. 64% machen sich, wie schon erwähnt, Sorgen über die Devisenkurse, was die Stelle der Bedenken der Welt-CEO’s über Cyber-Attacken einnimmt und 67% sorgen sich wegen Terrorismus.
Als ein Positivum erwähnt Bloomberg noch, dass die TL-Staatsanleihen der Türkei 13% Zinsen bringen. Jetzt könnte ich es dabei belassen, nur was bringt es dem ausländischen Anleger, der zuletzt seine Devisen in TL umwandelt und anlegt und am Ende der Laufzeit der Papiere wieder in seine eigene Währung umwandelt und merkt, dass die türkische Währung über 20% am Wert verloren hat, wie z.B. in 2017

Übrigens fällt mir noch eines auf bei der o.g. Reihenfolge: 1. Mexico 2. Türkei … Das sind die beiden Länder, wenn es um Bildung geht, die fast immer den letzten und vorletzten Platz belegen.

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